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Vorläufiges Insolvenzverfahren bei Feilo Sylvania Germany

Der Lampen- und Leuchtenhersteller Feilo Sylvania Germany (FSG) nutzt ein Schutzschirmverfahren, um seine Restrukturierung abzuschließen. Der Geschäftsbetrieb soll während des Verfahrens in vollem Umfang fortgeführt und der Schutzschirm bis Herbst wieder aufgehoben werden.

Feilo Sylvania Zhi Schraft
Zhi Schraft
Foto: Feilo Sylvania

„Produktion, Vertrieb und Service gehen während des Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiter“, sagt Geschäftsführerin Zhi Schraft. „Alle unsere Leistungen werden weiter pünktlich und in gewohnter Qualität erbracht.“ Ein Schutzschirmverfahren ist ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Dabei bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung. „Wir werden aus dem Schutzschirm als gesundes und profitables Unternehmen hervorgehen“, ist Schraft überzeugt.

FSG hat offenbar zu spät auf die Umstellung auf LED-Technik reagiert. Lange Zeit stellte das Unternehmen vor allem Leuchtstoffröhren her, deren Produktion für Allgemeinbeleuchtung in Europa jedoch ab 2023 verboten ist. FSG habe seine Leuchtstoffröhren-Produktion deshalb erheblich zurückgefahren und zugleich „innovative und sehr erfolgreiche Produkte“ für den wachsenden LED-Markt entwickelt. Damit habe FSG „die Umstrukturierung zu einem wettbewerbsfähigen und führenden Unternehmen im LED-Markt weitgehend vollzogen“, heißt es. Allerdings belasteten weiterhin „Altlasten“ den Produktionsstandort in Erlangen. „Diese Altlasten sind ein großes Hindernis in einer Phase, in der wir in neue Produkte und Innovationen investieren müssen, um weiter erfolgreich zu sein“, so Schraft.

„Operativ gut aufgestelltes und hochinnovatives Unternehmen“

FSG habe sich deshalb dazu entschlossen, die rechtlichen Möglichkeiten eines Schutzschirmverfahrens zu nutzen, um seine Restrukturierung abzuschließen und eine Einigung mit ihren Gläubigern zu erzielen. Die Feilo-Sylvania-Gruppe sowie die wesentlichen Gläubiger unterstützten diesen Schritt. Für die Dauer des Verfahrens beraten die Restrukturierungsexperten Dr. Andreas Kleinschmidt und Dr. Sylwia Maria Bea von der Kanzlei White & Case die Geschäftsführung. „FSG ist ein operativ gut aufgestelltes und hochinnovatives Unternehmen mit einem erstklassigen Produktportfolio. In den vergangenen Jahren hat FSG bereits viele wichtige und notwendige Schritte auf dem Weg zur Sanierung unternommen“, so Kleinschmidt. „Der Schutzschirm bietet uns den geeigneten rechtlichen Rahmen, um das Unternehmen langfristig wieder auf eine solide finanzielle Basis zu stellen.“

Der Antrag auf ein Schutzschirmverfahren wurde nur von der Feilo Sylvania Germany GmbH gestellt. Andere Unternehmen der internationalen Unternehmensgruppe sind davon nicht betroffen.

05.02.2020