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Was Obi und Co. gegen das Corona-Virus tun

+++ aktualisiert am 2. April +++ In der Corona-Krise dürfen Baumärkte weiter öffnen. BaumarktManager hat bei den großen Ketten nachgefragt, was diese gegen die Ausbreitung des Virus und zum Schutz der Kunden unternehmen. Und: Wird sonntags geöffnet?

Eingang des Obi Baumarkts
Obi ist Marktführer in Deutschland.
Foto: BaumarktManager

Sonntags nicht geöffnet

Die Mehrzahl der deutschen Baumarktbetreiber sieht in der Corona-Krise davon ab, die Filialen zu öffnen. Darauf weist der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) in einer Pressemitteilung hin. „Die überwiegende Anzahl der Branchenhändler hat aktuell signalisiert, dass sie die vom Gesetzgeber ausdrücklich vorgesehene Möglichkeit zur Erweiterung der Öffnungszeiten auf Sonntage nicht umsetzen wird“, sagt BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst. Folgende Unternehmen öffnen laut BHB nicht sonntags: OBI, Hornbach, Hagebau, Bauhaus, Toom, Globus, Knauber, Hellweg, Bauvista und Eurobaustoff und Hammer.

Schließungen auf Länderebene

Derzeit nicht für Endverbraucher geöffnet sind Bau- und Gartenmärkte in Bayern, Sachsen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Je nach Standort können jedoch Gewerbetreibende mit entsprechendem Nachweis in den Märkten einkaufen. Niedersachsen wird Bau- und Gartenmärkte ab Samstag, 4. April 2020, wieder für alle Kunden öffnen. Das sagte Regierungschef Stefan Weil (SPD) mit Blick auf „unerwünschte Wanderungsbewegungen“ an den Landesgrenzen Niedersachsens.

Das macht Obi

Wie der deutsche Marktführer auf Anfrage mitteilte, stehe für Obi die Gesundheit der Menschen – Kunden sowie Mitarbeiter – an erster Stelle. „Daher haben wir in dieser besonderen Zeit einige Maßnahmen eingeführt, die sich selbstverständlich an den Vorgaben der Bundesländer und auch den gegebenenfalls darüber hinausgehenden Empfehlungen der Bundesregierung orientieren.“

Obi stellt Kunden und Mitarbeitern Desinfektionsmittel zur Verfügung. Im Eingangs- und Verkaufsbereich aller Märkte hängen sichtbare Schilder und Plakate mit Hinweisen zu Verhaltensregeln „während dieser Ausnahmesituation“, wie zum Beispiel der Abstand von zwei Metern zu anderen Personen oder Hygienehinweise.

Der Zutritt zu den Obi-Märkten werde über Personal gesteuert, sodass eine Maximalzahl von Kunden im Markt nicht überschritten werden könne. Im Kassen- und Servicebereich wurden Plexiglasscheiben zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern aufgestellt.

Um Warteschlangen an den Kassen zu reduzieren, würden die Kundenströme durch Mitarbeiter koordiniert, sodass maximal fünf Personen an einer Kasse stehen. Beratungstermine finden zum Schutz von Kunden und Mitarbeiter nicht mehr statt. Kunden haben aber die Möglichkeit, sich über die App „heyOBI“ digital beraten zu lassen.

Das macht Hellweg

„Um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere Kunden zu schützen, wurden in Bereichen, in denen es zu engerem Kontakt kommen könnte, bestimmte Vorkehrungen getroffen, wie beispielsweise Abstandsmarkierungen im Kassenbereich und in den Infobereichen, Schutz durch Plexiglasscheiben an den Kassen, Hinweis durch Plakate zur Einhaltung des Mindestabstands und die Bereitstellung von Hand- und Mundschutz für die Kolleginnen und Kollegen“, so der Dortmunder Baumarktbetreiber Hellweg.

Das Unternehmen verfolge die aktuellen Entwicklungen und werde gegebenenfalls weitere notwendige Maßnahmen treffen. Die Regelung von Zugangsbeschränkungen sei bisher nicht nötig und werde im Bedarfsfall über externe Sicherheitsdienste umgesetzt.

Marktindividuell könne es zu Einschränkungen hinsichtlich des Angebots bestimmter Services kommen, in der Beratung sei die Abstandsregel einzuhalten. Bezüglich der Online-Bestellungen und Click&Collect-Service „laufen die Prozesse wie gewohnt ab.“

Das macht Toom

Die Kölner Baumarktkette Toom hat „besondere Maßnahmen zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter eingeführt“, unter anderem die Einhaltung von Abständen (besonders im Kassenbereich), das vorranginge Bezahlen per Karte sowie die Steuerung des Zutritts, um Kundenströme zu regulieren. Auch die Beratung werde minimiert.

Das macht Hornbach

In Eigeninitiative hatte Hornbach bereits vor den verschärften Verordnungen der Länder und Kommunen in den vergangenen Wochen erste Maßnahmen zum besseren Schutz vor einer Infektion mit dem Corona-Virus in den Märkten umgesetzt. Man habe beispielsweise Reinigungsintervalle verkürzt, zusätzliche Desinfektionsspender aufgebaut, Kassenkräfte mit Handschuhen ausgestattet und die Kunden für die Einhaltung größer Abstände sensibilisiert. Veranstaltungen und Vorführungen sowie Mitarbeiterschulungen und -reisen jeglicher Art wurden abgesagt.

Inzwischen werden Beratungsgespräche nur noch an den Infotheken geführt, in einem Mindestabstand von zwei Metern. In der Kassenzone setzt man auf mobile Abstandshalter und weist die Kunden auch mit Plakaten und Hinweisschildern nachdrücklich auf den Mindestabstand von zwei Metern hin. Die Marktleiter sollen „allzu große Kundenströme“ durch Zutrittsbeschränkungen regulieren, sofern dies erforderlich sei.

Aufgrund der stark steigenden Zahl von Bestellungen im Onlineshop könne es zu Lieferverzögerungen kommen. Ein Großteil des Sortiments sei verfügbar, Engpässe seien nicht zu befürchten.

Um Warteschlangen in den Märkten zu vermeiden oder zu entzerren, werden intensiv die Selbstbedienungskassen genutzt. Scanner und Tastaturen in dieser Kassenzone werden regelmäßig desinfiziert. Kunden können sie auch mit Handschuhen bedienen. An einigen Standorten kann außerdem die neue Self-Scan-Funktion der Hornbach-App genutzt werden.

Das macht Hagebau/Hagebaumarkt

Hagebau ist als Verbundgruppe anders strukturiert als Wettbewerber. Für die Umsetzung in den Hagebaumarkt-Franchisestandorten sind die jeweiligen Betreiber/Eigentümer verantwortlich. Die Zentrale hat Empfehlungen ausgesprochen: Grundsätzlich gelte, dass Lieferanten, Mitarbeiter und Kunden – soweit möglich – Abstand wahren sollten, Hände desinfizieren und in die Ellenbeuge husten und/oder niesen. „Die Mitarbeiter sind natürlich angewiesen, diese Maßnahmen in besonderem Maß zu beachten“, so Hagebau. Zu ihrem eigenen Schutz sollen sie im Kassenbereich Einmalhandschuhe tragen. Die Kunden sollen idealerweise mit EC- oder Kreditkarte zahlen und die Hände beim Betreten des Baumarkts desinfizieren.

Für die Kunden gibt es Flatterbänder auf dem Boden, die den Abstand zeigen sollen, die Kassierer werden teils von Plastikwänden geschützt. Über interne Radiospots werden Kunden regelmäßig auf Abstand und Hygiene sowie Zahlungsmöglichkeiten hingewiesen.

Auch über mögliche Zugangsbeschränkungen entscheiden die Unternehmer vor Ort. Dabei soll laut Empfehlung der Zentrale auf eine „maximale Zahl an Besuchern pro Quadratmeter“ geachtet werden. Dies werde zum Teil auch durch die Kommunen geregelt: In Lüneburg, so Hagebau, dürfen derzeit etwa maximal zehn Personen eine Ladefläche mit 400 Quadratmetern besuchen.

Das macht Bauhaus

„Abstand halten, Einkäufe auf das Notwendige reduzieren und soziale Interaktion begrenzen“ sind bei Bauhaus „das Gebot der Stunde“. Das Mannheimer Unternehmen appelliert an seine Kunden, „weiter solidarisch, geduldig und besonnen zu bleiben“ und das Unternehmen bei der Umsetzung und strikten Einhaltung der Maßnahmen aktiv zu unterstützen.

In allen deutschen Bauhaus-Filialen werde über „Vereinzelungsmaßnahmen“ an den Eingängen die Anzahl von Kunden, die sich permanent im Haus aufhalten dürfen, signifikant reduziert. Bis auf Weiteres gelten Zugangsbeschränkungen in den Märkten, deren Einhaltung auch konsequent überprüft werde.

Bauhaus hat bundesweit die Hygienestandards für Mitarbeiter und Kunden sowie die Frequenz der täglichen Reinigung exponierter Kontaktflächen deutlich erhöht. Es gibt flächendeckende Beschilderungen und Markierungen. Sicherheitsabstände von mindestens 1,5 Meter sollen eingehalten werden. Dies gilt insbesondere an stark frequentierten Orten wie den Infotheken und an den Kassen, wo zum Teil mobile und transparente Schutzwände zum Einsatz kommen.

Das Beratungs- und Serviceangebot hat Bauhaus „deutlich reduziert“, um unmittelbare und persönliche Kontakte auf ein vertretbares Minimum zu beschränken. Alle Veranstaltung wurden überdies bereits vor Wochen vorsorglich abgesagt.

Mögliche Verzögerungen bei der Auslieferung von online bestellter Ware werde „rechtzeitig in der Darstellung der Lieferzeiten angezeigt“.

Darüber hinaus hat Bauhaus die Produktwerbung „weitestgehend“ eingestellt. Damit setzte „ein Zeichen für Verantwortung und Fürsorge, gerade in dieser turbulenten Zeit“. Der Schutz der Mitarbeiter und Kunden habe höchste Priorität.

Diese Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und werden nach Rückmeldung der Betreiber aktualisiert.

20.03.2020