Die deutsche Wirtschaft ist seit Ende 2025 im Aufschwung. Die Erholung fällt stärker aus als noch im Frühjahr erwartet, bleibt aber schwach. Für das laufende Jahr wird ein BIP-Plus von 1,3 Prozent und für die beiden folgenden Jahre von 1,1 Prozent bzw. 0,4 Prozent erwartet. Gegenüber dem Frühjahr wurde die Prognose für 2026 um 0,7 und für 2027 um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Das geht aus der aktuellen Gemeinschaftsprognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hervor.
Die deutsche Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich kräftiger entwickelt als noch im Frühjahr erwartet. Der mit dem Iran-Krieg verbundene Energiepreisschock hat die deutsche Wirtschaft zwar gebremst, die höheren Preise für Kraftstoffe und Heizöl sind bislang aber kaum auf die übrigen Verbraucherpreise übergesprungen. Im dritten Quartal hat sich die Erholung vorübergehend verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im dritten Quartal lediglich um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen sein. Für das Jahr 2027 erwarten die Institute eine Fortsetzung des Aufschwungs. . „Die Wirtschaft hat sich robuster entwickelt als erwartet. Der Aufschwung steht jedoch auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten“, sagt Oliver Holtemöller, Konjunkturchef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).
Alles in allem rechnen die Institute mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent im Jahr 2026, 1,1 Prozent im Jahr 2027 und 0,4 Prozent im Jahr 2028. Gegenüber dem Frühjahr wird die Prognose für 2026 um 0,7 Prozentpunkte und für 2027 um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Die Inflation dürfte von 2,8 Prozent in diesem Jahr zunächst auf 3,2 Prozent im Jahr 2027 steigen und 2028 auf 2,0 Prozent zurückgehen. Am Arbeitsmarkt kommt die Erholung verzögert an: Die Erwerbstätigkeit sinkt zunächst weiter, während die Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent im Jahr 2026 auf 6,2 Prozent im kommenden und 5,8 Prozent im Jahr 2028 zurückgeht.
