Im deutschen Onlinehandel sind digitale Zahlungsarten wie Wallets, Kreditkarten und Rechnungskauf weitgehend etabliert. Mobile Wallets wie Apple Pay und Google Pay legen deutlich zu. Aufwendige Versandservices wie Same-Day-Lieferung bleiben dagegen die Ausnahme, Kundenchats sind mehrheitlich KI-gestützt. Das sind die Ergebnisse der neuen EHI- Studie EHI-Studie zum E-Commerce-Markt in Deutschland.
Der deutsche Onlinehandel ist 2026 digital gut ausgestattet, wird aber zugleich komplexer. Das zeigt eine aktuelle EHI-Studie, für die 1.000 Onlineshops untersucht wurden. Digitale Grundfunktionen wie gängige Zahlungsarten gehören demnach vielerorts zum Standard. Kosten- und aufwandsintensive Zusatzleistungen rund um den Versand werden dagegen selektiver angeboten und stärker an Bedingungen geknüpft. Der Markt wird damit laut Studie nicht weniger serviceorientiert, aber zurückhaltender beim pauschalen Ausbau zusätzlicher Services.
Wallets und Kreditkarten Standard, Wero startet
Wallets sind mit 97,2 Prozent die am häufigsten angebotene Zahlungsart, gefolgt von Kreditkarten (96,6 Prozent) – hier liegen Visa (94,3 Prozent) und Mastercard (94,1 Prozent) deutlich vor American Express (52,3 Prozent). Innerhalb der Wallets bleibt Paypal mit 96,3 Prozent führend, doch Apple Pay hat von 37,8 auf 49,0 Prozent zugelegt, Google Pay von 23,1 auf 32,0 Prozent. Der Rechnungskauf bleibt mit 81,7 Prozent nahezu unverändert stark, Ratenkauf beziehungsweise Finanzierung bieten 45,9 Prozent der Shops. Erstmals separat ausgewiesen wird der Bezahldienst Wero, der bei 3,0 Prozent der Shops verfügbar ist.
Chats meist KI-gestützt, Versandservices differenziert
Einen Kundenchat bieten 40,8 Prozent der Shops an, davon läuft der Großteil KI-gestützt (77,9 Prozent). Versandinformationsseiten sind mit 95,8 Prozent Standard. Click & Collect bieten 34,6 Prozent aller Shops an, das entspricht rund 69 Prozent der Händler mit stationärem Geschäft; eine Filialverfügbarkeit zeigen 17,8 Prozent aller Shops. Same-Day-Lieferung und persönliche Lieferzeitfenster (3,4 Prozent) bleiben dagegen Nischenangebote, die gezielt in Sortimenten mit besonderem Zeitbedarf zum Einsatz kommen. Die durchschnittliche Lieferzeit kommunizieren 63,3 Prozent der Shops.
