Symbolbild Einzelhandel
Eine symmetrische Draufsicht auf eine moderne Bahnhofsarchitektur mit mehreren Rolltreppen, auf denen sich verschiedene Personen bewegen.
Der HDE warnt vor einem anhaltenden Beschäftigungsrückgang im Einzelhandel in Deutschland. (Quelle: Pixabay, Rudy und Peter Skitterians)

Branche 2026-10-12T00:00:00Z Einzelhandel: HDE warnt vor steigenden Arbeitskosten

Der Einzelhandel in Deutschland verzeichnet laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) einen anhaltenden Beschäftigungsrückgang. Nach den jüngsten Quartalszahlen der Bundesagentur für Arbeit mit Stichtag 31. März 2026 ist die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche im Vorjahresvergleich erneut spürbar gesunken.

Trotz des Rückgangs liegt die Gesamtbeschäftigung im Einzelhandel laut HDE weiterhin bei mehr als drei Millionen Beschäftigten und damit im Branchenvergleich auf einem hohen Niveau. Der Verband verweist jedoch auf eine klar rückläufige Tendenz.

HDE macht steigende Arbeitskosten verantwortlich

Als Hauptgrund für die Entwicklung nennt der HDE die aus seiner Sicht zu hohen Kosten für den Faktor Arbeit. Dazu zählten steigende Sozialversicherungsbeiträge, eine deutlich erhöhte Kostenpauschale für Arbeitgeber bei Minijobs sowie der gesetzliche Mindestlohn, der zum Jahreswechsel auf 14,60 Euro pro Stunde angehoben wird. Seit seiner Einführung im Jahr 2015 ist der Mindestlohn damit nach Angaben des Verbands um mehr als 70 Prozent gestiegen. Hinzu kämen wachsende Bürokratie- und Regulierungskosten. Diese Faktoren würden die Beschäftigungsneigung branchenübergreifend dämpfen. Nach Einschätzung des HDE belaste die steigende Beitragslast in der Sozialversicherung zusätzlich die Konsumlaune der Verbraucher, was den Einzelhandel besonders treffe.

Kritik an möglicher Minijob-Reform

Der Verband wandte sich außerdem gegen Überlegungen, Minijobs abzuschaffen oder auf einzelne Personengruppen zu begrenzen. „Minijobs sind zur Abdeckung der Stoß- und Randzeiten traditionell von herausragender operativer Bedeutung für den gesamten Dienstleistungssektor und zudem bei den Menschen äußerst beliebt. Auch das Blockmodell bei der Altersteilzeit muss erhalten bleiben. Eine Abschaffung des Blockmodells verkenne die wichtige Rolle der Altersteilzeit in Restrukturierungsprozessen, dies noch dazu in der Krise. Das wäre in der aktuellen Lage das völlig falsche Signal“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales.

zuletzt editiert am 08. Oktober 2026
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