Eine Infografik von IFH Media Analytics und Media Central, die zeigt, wie Künstliche Intelligenz (KI) das Konsumentenverhalten beeinflusst. Die Grafik stellt dar, dass 67 % der Nutzer einen starken Einfluss von KI auf ihre Kaufentscheidungen bestätigen und zeigt die Auswirkungen auf die Produkt-, Marken- und Händlerwahl auf.
Die Infografik von IFH Media Analytics und Media Central zeigt, wie Künstliche Intelligenz (KI) das Konsumentenverhalten beeinflusst. (Quelle: IFH Media Analytics und Media Central)

Branche 2026-10-06T00:00:00Z KI bei Produktsuche: Nur 21 Prozent der Verbraucher nutzen sie

Künstliche Intelligenz spielt bei der Suche nach Produkten und Angeboten bislang nur eine Nebenrolle: Laut einer neuen Studie von IFH Media Analytics und Media Central nutzen erst 21 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher KI-Anwendungen zur Recherche. Suchmaschinen und Händler-Websites bleiben die wichtigsten Quellen, KI punktet vor allem bei Orientierung und Einkaufsplanung.

Bei der Suche nach Produkten und Angeboten im Handel spielt Künstliche Intelligenz bislang nur eine Nebenrolle. Das zeigt die Studie „Angebotssuche im Wandel: Ersetzt KI-Suchmaschinen und Händler-Apps?“ von IFH Media Analytics und Media Central, für die 1.000 Konsumierende aus den Bereichen Lebensmittel, DIY, Elektro und Möbel befragt wurden. 79 Prozent verzichten bei der Produktrecherche auf KI-Unterstützung und setzen vor allem auf Suchmaschinen (62 Prozent) und Händler-Websites (61 Prozent). Nur rund jeder Fünfte (21 Prozent) nutzt KI zur Recherche.

Nutzen und Vertrauen entscheiden über die Verbreitung

Hauptgrund für die Zurückhaltung ist laut Studie der wahrgenommene Nutzen: Fast jeder zweite Nichtnutzer sieht keinen Bedarf, 42 Prozent bevorzugen klassische Kanäle. Zudem bestehen Zweifel an Verlässlichkeit und Transparenz. Wer KI bereits nutzt, sieht dagegen Mehrwert: 86 Prozent empfinden sie als Unterstützung für Kaufentscheidungen, 53 Prozent haben darauf basierend bereits gekauft. 84 Prozent prüfen die Ergebnisse dennoch zusätzlich über andere Quellen. Ihre Stärken zeigt KI vor allem bei konkreten Fragen (52 Prozent), Produktvergleichen (45 Prozent) und Empfehlungen (45 Prozent).

„Noch nutzt nur rund jeder Fünfte KI für die Angebots- und Produktsuche. Bei diesen Nutzern entfaltet sie jedoch bereits eine beachtliche Wirkung: Sie unterstützt Kaufentscheidungen, setzt konkrete Kaufimpulse und eröffnet neue Zugänge zu Produkten, Marken und Händlern. So hat bereits etwa ein Drittel der KI-Nutzenden durch KI neue Marken entdeckt oder einen Händler besucht“, sagt Andreas Riekötter, Geschäftsführer von IFH Media Analytics.

Jüngere Zielgruppen und einzelne Branchen treiben die Entwicklung

Besonders offen für KI sind jüngere Konsumierende: 32 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nutzen sie zumindest gelegentlich, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 27 Prozent. Mit steigendem Alter sinkt die Nutzung auf 22 Prozent (40 bis 49 Jahre), 15 Prozent (50 bis 59 Jahre) und 10 Prozent (60 bis 69 Jahre). Zwischen den Branchen zeigen sich ebenfalls Unterschiede: Möbelhandel 24 Prozent, Elektrohandel 21 Prozent, Baumarktsegment 13 Prozent, Lebensmitteleinzelhandel 10 Prozent. Bei den Anwendungen dominieren ChatGPT und Gemini, die mehr als fünf von sechs Nutzer am häufigsten einsetzen.

Die Produktsuche bleibt crossmedial

Je nach Bedarf unterscheiden sich die ersten Anlaufstellen: Für Inspiration (27 Prozent) und Preisvergleiche (26 Prozent) nutzen Konsumenten zuerst Suchmaschinen, bei konkreten Fragen und Kaufentscheidungen (je 27 Prozent) Händler-Websites, für die Angebotsrecherche vor allem Apps (21 Prozent). KI erreicht in keiner Phase den ersten Platz und kommt auf Anteile zwischen drei und zehn Prozent. Mehr als die Hälfte der heutigen Nutzer (56 Prozent) geht jedoch davon aus, KI künftig häufiger zu nutzen.

„KI ist bei der Produktsuche derzeit vor allem ein zusätzlicher Zugang zur Customer Journey. Schon heute verändert sie jedoch, wie Verbraucher Informationen suchen, vergleichen und in Kaufentscheidungen einbeziehen. Für Händler und Marken bedeutet das: Ihre Angebotskommunikation muss künftig nicht nur über klassische Kanäle funktionieren, sondern auch für KI-Systeme auffindbar und verständlich sein. Eigene Touchpoints bleiben zugleich unverzichtbar, um vertrauenswürdige Informationen zu Preisen, Verfügbarkeiten und Produkten bereitzustellen“, erläutert Palle Presting, Team Lead Marketing & Brand bei Media Central.

zuletzt editiert am 05. Oktober 2026
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