Am Tesa Werk Hamburg hat die Bauphase für eine Power-to-Heat-Anlage mit thermischem Energiespeicher begonnen. Das gemeinsam mit Energynest realisierte System soll ab Sommer 2027 rund zwei Drittel des jährlichen Dampfbedarfs decken und die CO₂-Emissionen des Standorts um rund 4.600 Tonnen pro Jahr reduzieren. Erstmals fertigt Energynest die Speichermodule dafür in Deutschland.
Tesa und Energynest haben am Tesa Werk Hamburg den nächsten Schritt bei der Elektrifizierung der Prozesswärme eingeleitet. Mit dem Spatenstich beginnt die Bauphase für die im Januar 2026 angekündigte Power-to-Heat-Anlage mit integriertem thermischem Energiespeicher. Im Werk Hamburg produziert Tesa Hochleistungs-Klebebänder für die Elektronik-, Automobil-, Druck- und Papierindustrie. Die dafür notwendigen Trocknungsprozesse und die Rückgewinnung von Lösemitteln erfordern große Mengen an Prozesswärme und Dampf, die am Standort bislang überwiegend mit fossilen Energieträgern erzeugt wurden. Für die neue Energieinfrastruktur wurde zuvor ein Bestandsgebäude auf dem Werksgelände zurückgebaut.
Werkleiter Hendrik Hundoegger erklärt: „Unsere Kunden brauchen leistungsfähige Klebebandlösungen – und wir nehmen zugleich unsere Verantwortung für deren Herstellung wahr. Dazu gehört für uns auch eine nachhaltigere Energieversorgung. Gemeinsam mit Energynest investieren wir in die Weiterentwicklung des Hamburger Werks und setzen eine technische Lösung um, die fossile Energieträger ersetzen und unsere Emissionen messbar reduzieren soll."
Elektroerhitzer und Wärmespeicher
Das System kombiniert einen 10-MW-Elektroerhitzer mit einem thermischen Energiespeicher mit 40 MWh Kapazität aus 24 Speichermodulen. Ab Sommer 2027 soll die Anlage rund zwei Drittel des jährlichen Dampfbedarfs am Standort decken und die CO₂-Emissionen um rund 4.600 Tonnen pro Jahr senken – rund 20 Prozent der standortbezogenen Emissionen, bezogen auf das Referenzjahr 2018.
Erneuerbarer Strom für Prozesswärme
Das Power-to-Heat-System wandelt Strom in Hochtemperaturwärme um, speichert sie und nutzt sie bedarfsgerecht zur Dampferzeugung. Der Strombedarf wird durch lokal erzeugten erneuerbaren Strom sowie ergänzende Marktzukäufe gedeckt. Das Projekt ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie von Tesa und soll als Referenz für die Elektrifizierung industrieller Prozesswärme dienen.
