Der Klebebandhersteller Tesa und der Energieerzeuger und -verteiler EWE haben in Hamburg einen Liefervertrag über jährlich 500 Tonnen grünen Wasserstoff unterzeichnet. Unterschrieben wurde die Vereinbarung von EWE-CEO Stefan Dohler und Tesa-CEO Dr. Kourosh Bahrami. Ab 2028 soll der Wasserstoff im Tesa Werk Hamburg zur Dampferzeugung eingesetzt werden und dort fossile Energieträger ersetzen.
Das Hamburger Werk ist nach Unternehmensangaben des Standorts mit dem höchsten Energieverbrauch und den höchsten Emissionen im Tesa-Produktionsverbund. Ein wesentlicher Teil der für die Klebebandproduktion benötigten Prozesswärme wird dort bislang mit fossilen Brennstoffen erzeugt. Das Transformationskonzept des Unternehmens kombiniert Elektrifizierung, Wasserstoffeinsatz, Wärmespeicher und eine KI-gestützte Steuerung. Die sogenannte „Energy Intelligence“-Plattform verknüpft dabei Daten aus Energieinfrastruktur, Produktion und Energiemärkten, um den Energieeinsatz vorausschauend zu optimieren. Wasserstoff soll künftig dort fossile Energie ersetzen, wo sich die Wärme- und Dampfversorgung nicht vollständig elektrifizieren lässt.
Dazu Dr. Kourosh Bahrami, CEO der Tesa SE: „Wir wollen unsere Produktion bis 2030 schrittweise klimaneutral ausrichten und schaffen im Werk Hamburg die technischen Voraussetzungen dafür. Grüner Wasserstoff ergänzt Elektrifizierung, Wärmespeicherung und intelligente Energiesteuerung dort, wo Prozesswärme nicht vollständig elektrifiziert werden kann. So verbinden wir messbare CO₂-Reduktion mit einer zuverlässigen und zukunftsfähigen Produktion für unsere Kunden. Der Vertrag mit EWE ist deshalb nicht nur ein wichtiger Schritt für unsere Klimaziele, sondern.“ auch für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.“
Erzeugung in Emden, Transport über das Wasserstoff-Kernnetz
Der Wasserstoff soll in einer 320-Megawatt-Elektrolyseanlage von EWE in Emden erzeugt werden, die Ende 2027 in Betrieb gehen soll, und über das entstehende Wasserstoff-Kernnetz nach Hamburg gelangen.
EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler: „„Mit Tesa entscheidet sich nach Salzgitter ein weiterer namhafter Industriekunde für grünen Wasserstoff von EWE. Das zeigt: Angebot und Nachfrage können zusammenfinden, auch wenn der Markt noch ganz am Anfang steht. Tesa und EWE treffen heute verbindliche Entscheidungen für eine klimafreundlichere Energieversorgung von morgen. Damit aus einzelnen Vorreiterprojekten ein wettbewerbsfähiger Markt wird, brauchen wir verlässliche und praxistaugliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen.“
Ab 2028 wird Tesa mit den 500 Tonnen Wasserstoff den gesamten geplanten Bedarf des Werks decken und die Emissionen um rund 6.000 Tonnen CO₂e pro Jahr senken.
