Der 11. BHB GardenSummit am Rande der spoga+gafa stand ganz im Zeichen der Frage, wie die grüne Branche ihren „grünen Kurs“ durch anhaltend unruhige Zeiten findet – und welche Rolle die weltgrößte Gartenlifestyle- und BBQ-Messe dabei künftig noch spielen kann.
Zum Auftakt zeichnete Jochen Ludwig, Chief Commercial Officer der OBI Group und BHB-Vorstandsmitglied, ein kritisches Bild der Messeentwicklung. Schon im Vorjahr habe er angemahnt, dass die Branche „etwas tun muss, um die Messe zu erhalten“. Ratlosigkeit sei spürbar – dabei zeige der BHB-Kongress selbst, dass auch in schwierigen Zeiten ein starkes Veranstaltungsformat möglich ist.
Ludwig warnte eindringlich vor einem „Weiter so“: Weniger Hallen, ein teils schwer verständliches Konzept und zu viel „Bastelei“ an den Zuschnitten und Inhalten setzten die Leitmesse weiter unter Druck. Die Messe befinde sich „auf dem absteigenden Ast“, wenn Branche und Veranstalter nicht gemeinsam gegensteuern.
Auch den Terminwechsel wieder auf den September sieht Ludwig kritisch. Ständige Verschiebungen verunsicherten Aussteller und Handel, die Planungssicherheit für die Saison brauche. Ein klarer, verlässlicher Juni-Termin sei für die Sortiments- und Flächenplanung hilfreicher als ein Hin und Her.
Inhaltlich attestierte Ludwig ein „gemischtes Bild“: Neben starken, inspirierenden Auftritten zahlreicher Lieferanten gebe es viel Mittelmaß – „der Feind des Guten“. Zu viele Premiumprodukte, etwa Gasgrills im 2.000-Euro-Segment, liefen am Kern des Kundennutzens vorbei. In einem preissensiblen Umfeld brauche es stärker konsumorientierte Lösungen. Positiv hob er jene Anbieter hervor, die Preisanpassungen intelligent umgesetzt und dennoch begeisterungsfähige Produkte entwickelt haben.
Zugleich sieht Ludwig große Chancen: In einzelnen Warengruppen gebe es „explodierende“ Entwicklungen, die Volatilität im Markt nehme zwar zu, doch könne der Handel Kundinnen und Kunden weiterhin emotional abholen. Entscheidend sei, die Messe als Plattform für den Dialog zu nutzen – etwa zu Themen wie Verpackungsoptimierung, Nachhaltigkeit und praxisnahen Produktinnovationen. Sein Appell: mehr gemeinsames Engagement, um die spoga+gafa als zentrale Bühne der Branche zu modernisieren, statt sie schleichend sterben zu lassen.
Neuer Zuschnitt des BHB GardenSummit
Der BHB GardenSummit selbst präsentierte sich 2026 mit neuer Konfiguration. Die Veranstaltung wurde vom Schlusstag der Kölner Gartenfachmesse auf den zweiten Messetag vorgezogen – und endete erstmals in einem neuen Rahmen: einer gemeinsamen Gartenparty von BHB und Partnerverband IVG in Halle 6 als großem Networking-Event, das bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut ankam.
Der 11. BHB GardenSummit machte deutlich: Die Branche steht vor der doppelten Herausforderung, ein zunehmend preissensibles, volatil reagierendes Gartengeschäft zu steuern und gleichzeitig zentrale Plattformen wie die spoga+gafa zukunftsfähig zu halten. Starke Markenführung, klare Messeformate, kundenzentrierte Sortimentsarbeit und ein neues Verständnis für Beratung, Nachhaltigkeit und mentale Mehrwerte werden zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren im grünen Kernsortiment der Baumärkte.
Mehr zu den einzelnen Vorträgen lesen Sie in der Ausgabe 09/2026 des BaumarktManger.
