Branche 2016-02-18T00:00:00Z 2015: ein stabiles Jahr für den DIY-Markt

Hinter dem Do-it-Yourself-Markt (DIY) liegt ein stabiles Jahr, in dem sich die meisten Warengruppen positiv entwickelt haben. Der Umsatz konnte 2015 auf knapp 229 Milliarden Euro gesteigert werden. Bau- und Heimwerkermärkte erreichten ein Umsatzplus von drei Prozent. Online-Umsätze sind je nach Warengruppe differenziert zu bewerten.

Von Boris Hedde, Geschäftsführer IFH Köln

Zu Jahresbeginn lohnt oft ein Blick zurück: Wie ist es dem DIY-Markt 2015 ergangen? Welche Trends und Entwicklungen zeigen sich? Aktuelle Analysen aus der neuen Marktstudie „DIY – Fit For Future“, welche in Kooperation zwischen IFH Köln und Klaus Peter Teipel erstellt wurde, zeigen: Mit einem Umsatzvolumen von 229,1 Milliarden Euro befindet sich der DIY-Gesamtmarkt auf historischem Rekordniveau. Das Umsatzplus im Vergleich zu 2014 liegt bei einem Prozent – damit bewegt sich die Wachstumsrate jedoch unter dem Zehnjahresmittel von 1,5 Prozent.


Der DIY-Kernmarkt – dazu zählen Bau- und Heimwerkermärkte sowie alle klein- und großflächigen Vertriebswege, die schwerpunktmäßig DIY-Produkte vertreiben – konnte seinen Umsatz 2015 um 1,6 Prozent steigern. Damit wurde in diesem Segment ein deutlich höheres Wachstum als im Durchschnitt erzielt (0,3 %). Mit einem aktuellen Volumen von 43,8 Milliarden Euro bewegt sich der DIY-Kernmarkt schon seit geraumer Zeit – im Gegensatz zum Gesamtmarkt – auf ähnlichem Niveau.

Großteil der Warengruppen mit Umsatzplus


DIY-Warengruppen konnten 2015 dank positiver Rahmenbedingungen – wie der stabilen Bauwirtschaft, einer ausgeprägten DIY-Mentalität sowie guter klimatischer Bedingungen – an Umsatz zulegen. Dies galt jedoch nicht pauschal. So fiel das Jahr beispielsweise in den Bereichen Pflanzen Indoor, Baustoffe, Innenausbau/Trockenbau und Bauchemie negativ aus. Die Bandbreite der Umsatzentwicklung reichte von einem Minus von 4,4 Prozent bei Bauchemie bis hin zu einem Plus von 4,3 Prozent bei Garten- und Balkonmöbeln.

Bau- und Heimwerkermärkte unter den Wachstumsgewinnern


DIY-Jahr 2015 Rückblick
Quelle: IFH

Nach wie vor ist das Handwerk mit Abstand der wichtigste Vertriebsweg im DIY-Markt. Der Marktanteil lag 2015 bei nahezu unveränderten 51,5 Prozent (2014: 51,6 %). Mit aktuell 9,3 Prozent Marktanteil – das entspricht einem Umsatzvolumen von knapp 21,3 Milliarden Euro – sind die Bau- und Heimwerkermärkte zweitwichtigster Vertriebskanal insgesamt sowie wichtigster Handelsvertriebsweg für DIY-Produkte. Mit einem Umsatzzuwachs von drei Prozent zählen sie neben dem Versandhandel/Direkt- und Internetvertrieb sowie dem Eisenwarenfachhandel/Motoristen auch zu den Gewinnern im Jahr 2015. Die Insolvenz von Praktiker und Max Bahr bleibt jedoch weiterhin spürbar: Auch wenn die Bau- und Heimwerkermärkte ihr Umsatzvolumen im Vergleich zum Vorjahr steigern konnten, liegt es noch unter dem Niveau, das vor der Insolvenz erzielt wurde.

E-Commerce differenziert zu betrachten


E-Commerce war 2015 Gesprächsthema Nr. eins im DIY-Markt. Eine Reihe von Marktplayern versucht sich aktuell mit unterschiedlichen Konzepten und erprobt neue Vertriebsstrategien. Grundsätzlich zeigt sich auf Ebene des Gesamtmarktes, dass die DIY-Branche im Branchenvergleich noch eine „Schonfrist“ hat. So lag der Online-Anteil an den DIY-Gesamtumsätzen im vergangenen Jahr bei nicht einmal zwei Prozent.


Doch lässt dies den Rückschluss zu, dass das Thema E-Commerce strategisch in die Zukunft geschoben werden kann? Weit gefehlt! Denn bei der Betrachtung auf Ebene der Warengruppen zeigen sich auch hier Unterschiede. Tendenziell lässt sich ableiten, dass je relevanter eine Warengruppe für den Endverbraucher ist, desto größer ist in diesem Bereich die Bedeutung des E-Commerce – auch heute schon. Durch ihren warengruppenspezifischen Ansatz ermöglicht die Studie „DIY – Fit For Future“ für die DIY-Branche erstmals ein differenzierteres Bild.

Boris Hedde
Quelle: Erfolgsfaktoren im E-Commerce – Deutschlands Top-Online-Shops Vol. 4, 2015 IFH-Köln

Autor

Boris Hedde ist seit Ende 2009 Geschäftsführer des IFH Köln. Als Brancheninsider liefert das IFH Köln Information, Research und Consulting zu handelsrelevanten Fragestellungen im digitalen Zeitalter. Seit 1929 ist das IFH Köln erster Ansprechpartner für unabhängige, fundierte Daten, Analysen und Konzepte, die Unternehmen erfolgreich und zukunftsfähig machen.

www.ifhkoeln.de

zuletzt editiert am 24. Juni 2021
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