Heizung, Kamin, Sortiment
Viele Menschen haben sich in diesem Jahr angesichts der Preisentwicklung mit Heizung- und Sanitärartikeln eingedeckt. (Quelle: RM Handelsmedien)

Handel 2022-12-02T08:03:36.027Z 3. Quartal: Bau- und Gartenfachmärkte legen um 2,3 Prozent zu

Nach neun Monaten im Jahr 2022 weisen die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland ein Plus von 10,5 Prozent (auf gleicher Fläche ein Plus von 9,8 Prozent) aus, dies bei einem Umsatz von 17,02 Milliarden Euro. Dies teilt der BHB mit und verweist zugleich auf Gesamt- bzw. Teil-Lockdowns in den ersten vier Monaten des vergangenen Jahres, weshalb ein Vergleich der dritten Quartale aussagekräfter sei: Hier wächst die Branche in Deutschland um 2,3 Prozent, auf gleicher Fläche um 1,6 Prozent und erzielt einen Umsatz von 5,50 Milliarden Euro.

BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst sieht die Umsätze "auf einen guten Niveau" angesichts der "immensen Herausforderungen, denen die Bau- und Gartenfachmärkte im Augenblick ausgesetzt" seien. Die Preissteigerungen bei vielen Sortimenten machten sich klar bemerkbar, so Wüst, "aber Abstürze wie in anderen Konsumbereichen müssen wir glücklicherweise derzeit nicht verzeichnen." Dennoch stehe auch die DIY-Branche vor einem "ungewissen Winter" und sei damit konfrontiert "drastisch verteuerte Betriebs- und Energiekosten" zu verkraften, betont der BHB-Hauptgeschäftsführer. Auch wenn die Bau- und Gartenfachmärkte schon seit einiger Zeit in Sachen Energieeffizienz und Einsparpotenzialen (durchgehende LED-Beleuchtung, Optimierung der bestehenden Heizanlagen, Einsatz großer Dach-Photovoltaik-Flächen etc.) deutlich nachrüsten.

Interessant ist ein Blick auf die Sortimentsentwicklung. Kräftig Federn lassen müssen hierzulande die drei Bereiche Gartenmöbel (-3,8 Prozent), Holz (-3,2 Prozent) und Gartenausstattung (-0,1 Prozent). Mit Automotive (+46,9 Prozent, enthält Produkte wie Treibstoffe, -aufbewahrung, Schmiermittel, Öle aber auch Autopflegeprodukte etc.) und Heizung/Sanitär (+34,4 Prozent) als „Ausreißer nach oben“ werde deutlich, so der BHB, dass sich die Menschen im Angesicht der Preisentwicklung dementsprechend eindecken. Auch die Sortimente rund ums Renovieren (Stichwort Energetisches Sanieren) entwickeln sich den Angagen zufolge zweistellig positiv.

Ganz im Tenor der Ausagen des BHB-Kongresses macht der BHB-Hauptgeschäftsführer nochmals deutlich, dass es für die Branche sehr darauf ankomme, "den Menschen intensiv zu erklären, dass wir mit unseren Produkten und Services helfen, ihr Zuhause winter- und krisenfest zu machen und somit auch auf diesem Sortimentssektor kompetente Ansprechpartner sind und bleiben."

Die Entwicklung in Österreich und der Schweiz

In Österreich verlief die Umsatzentwicklung ähnlich wie in Deutschland. Nach neun Monaten stehen dort Umsätze von 2,45 Milliarden Euro zu Buche, was einem Plus von 2,5 Prozent entspricht. Im dritten Quartal erwirtschafteten die Bau- und Gartenfachmärkte in Österreich ein Plus von 8,5 Prozent auf 0,84 Milliarden Euro.

Eher atypische Werte weisen die Schweizer Branchenmärkte auf. Bei einem Gesamtumsatz von 2,86 Milliarden Schweizer Franken sinken die Werte um 6,6 Prozent (auf gleicher Fläche um 5,0 Prozent). Dies seien ebenfalls Auswirkungen von Lockdown-Phasen, die dem Schweizer Einzelhandel allerdings in 2021 enorme Zuwächse bescherten, also - da zeitversetzt - nun umgekehrte Effekte bewirken.

zuletzt editiert am 02. Dezember 2022
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