Online-Handel-Pixabay
Umsatzrückgänge machen sich jetzt auch im E-Commerce bemerkbar (Quelle: Photo Mix auf Pixabay)

Handel 2022-07-07T06:50:07.915Z Abgekühlte Konsumlaune erreicht auch den Online-Handel

Die steigenden Lebenshaltungs- und Energiekosten machen sich auch bei den Umsätzen im E-Commerce bemerkbar, auch wenn dies auf einem hohen Niveau stattfindet.

So steht für das 2. Quartal beim E-Commerce mit Waren nach Angaben des E-Commerce Verbandes BEVH ein Umsatzrückgang von 9,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu Buche. Die Gesamtumsätze der Branche liegen damit jedoch noch immer 8,0 Prozent über dem Vergleichswert im 2. Quartal 2020 und ganze 25,8 Prozent über dem Vergleichswert im Vor-Corona-Jahr 2019, so die veröffentlichten Zahlen des BEVH. Die gesamten aufgelaufenen Umsätze im 1. Halbjahr 2022 liegen nach Angaben des Verbandes 1,3 Prozent unter den Halbjahresumsätzen von 2021, aber mit 32,9 Prozent Zuwachs noch immer deutlich über dem Wert des ersten Halbjahres 2019.

Auch wenn sich die Deutschen angesichts der gesamtwirtschaftlichen Situation zunehmend einschränken, könne der Online-Handel, der eine hohe Preistransparenz und Zugang zu passenden Angeboten ermöglicht, gerade jetzt bei Käufen dringend benötigter Bedarfswaren unterstützen“, erklärt Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim bevh, die Ergebnisse.

Hoch im Kurs der Online-Käufer stehen dringende Anschaffungen, etwa in den Kategorien Haushaltsgroßgeräte (+ 6,1 Prozent), Spielwaren (+ 5,1 Prozent) oder Medikamente (+ 5,4 Prozent). Das stärkste Minus verzeichnen nach Angaben des BEVH hingegen Elektronikprodukte (- 19 Prozent), gefolgt von Büchern/E-Books/Medien (- 16,5 Prozent) sowie Blumen & DIY (- 15,5 Prozent). Das Cluster „Unterhaltung“ kühlt sich insgesamt um 15,8 Prozent ab, gefolgt vom Cluster „Bekleidung“ (Bekleidung und Schuhe) mit - 11,1 Prozent.

Bei den Versender-Typen haben die Pureplayer die Nase vorn (- 5,6 Prozent im zweiten Quartal), Online-Marktplätze verlieren knapp 10 Prozent Umsatz im zweiten Quartal 2022 und die Multichannel-Händler verlieren im E-Commerce am stärksten (- 14,6 Prozent im zweiten Quartal). Ein Grund hierfür wird die Rückkehr der Kunden in die stationären Geschäfte sein, mutmaßt der BEVH.

Die Entwicklung der Gesamtumsätze mit Waren im Online-Handel (Quelle: BEVH)

Dass fast jeder vierte befragte Online-Kunde (24,8 Prozent) angab, zukünftig weniger Geld online ausgeben zu wollen, bestätigt den gegenwärtigen Trend. Im 1. Quartal sagten dies nur 18,4 Prozent, vor Jahresfrist sogar nur 18,2 Prozent der Befragten. Für „gleich viel oder mehr Geld“ als im schwachen 2. Quartal wollen derzeit nur 62,5 Prozent der Befragten einkaufen; das sind fast 10 Prozentpunkte weniger als im 1. Quartal 2022, teilt der BEVH mit.

zuletzt editiert am 07. Juli 2022
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