Biozid-Produkten Malen
Will das Bundesumweltministerium den Verkauf von Biozid-Produkten bald einschränken? (Quelle: Pixabay)

Branche 2020-11-25T00:00:00Z Angriff auf die Selbstbedienung

Das Bundesumweltministerium will den Verkauf von Biozid-Produkten einschränken. Baumärkte wären betroffen und müssten voraussichtlich mehrere Millionen Euro für notwendige Umbauten und Mitarbeiterschulungen aufwenden.

Eine wesentliche Stärke von Baumärkten ist zugleich ihre Achillesferse: die Selbstbedienung. Klagen Kunden über das Einkaufserlebnis in den großen Hallen, geht es ihnen dabei oft um die mangelhafte Verfügbarkeit von Beratungspersonal. Sicherlich hat es in dieser Hinsicht in den vergangenen Jahren Verbesserungen gegeben. Doch wird es vermutlich niemals so sein, dass in jedem Gang, an jeder Theke oder Servicepoint ein freundlicher Mitarbeiter sitzt, der nur darauf wartet, die Kunden bedienen zu können. Mit solchem Personalaufwand lässt sich kein Baumarkt wirtschaftlich betreiben. Nicht ohne Grund haben die deutschen DIY-Pioniere seinerzeit das Selbstbedienungskonzept aus den Vereinigten Staaten importiert.

Ein Angriff auf die Selbstbedienung ist in gewisser Weise ein Angriff auf den Baumarkt an sich. Entsprechend laut erklingt daher das Säbelrasseln in der Branche, das unter dem Eindruck eines Referentenentwurfs aus dem Bundesumweltministerium eingesetzt hat. Auf 28 Seiten geht es darin um die geplante „Verordnung zur Neuordnung nationaler untergesetzlicher Vorschriften für Biozid-Produkte“. Das politische Bestreben besteht dabei allgemein darin, die Biozid-Verordnung der Europäischen Union durch darüber hinausgehende Maßnahmen zu „verbessern“ und „bestehende Regelungslücken hinsichtlich der Verwendung von Biozid-Produkten“ zu schließen. Das Vorhaben soll zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit von Mensch und Tier „vor den Auswirkungen von Biozid-Produkten“ beitragen.

zuletzt editiert am 12. Januar 2022
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