Der Auftragsstau spiegelt die hohe Nachfrage nach deutschen Industriewaren. (Quelle: Pexels/Anamul Rezwan)

Industrie 2022-05-16T09:13:58.326Z Auftragslage für deutsche Industrie auf Rekordniveau

Die deutsche Industrie hat laut Ifo-Umfrage im April mit ihrem aktuellen Auftragsbestand einen Rekord erreicht. Ohne eine einzige neue Bestellung könnte sie viereinhalb Monate produzieren.

Timo Wollmershäuser, Leiter der Ifo Konjunkturprognosen, schränkt allerdings ein: „Der Zuwachs an Reichweite ist aber nur noch gering. Das deutet darauf hin, dass sich der Eingang an neuen Aufträgen allmählich abschwächt.“ Bei der jüngsten Umfrage im Januar waren es noch 4,4 Monate. Im langjährigen Durchschnitt liegt die Auftragsreichweite bei 2,9 Monaten.

Auftragsstau durch Lieferengpässe

„Der Auftragsstau spiegelt nicht nur die hohe Nachfrage nach deutschen Industriewaren in den vergangenen Monaten wider, sondern auch die Schwierigkeiten der Unternehmen, die bestehenden Aufträge aufgrund des Mangels an wichtigen Vorprodukten und Rohstoffen zeitnah abzuarbeiten“, so Timo Wollmershäuser weiter.

„Falls sich die Lieferengpässe in den kommenden Monaten auflösen würden, könnte die Produktion in der deutschen Industrie durchstarten“, fügt er hinzu. „Das würde dann die Wirtschaftsleistung kräftig anschieben. Allerdings spricht derzeit vieles eher für eine Verschärfung der Lieferengpässe, vor allem als Folge der rigorosen Lockdowns in China, von wo Deutschland zuletzt 15 Prozent seiner importierten Vorprodukte bezog.“

zuletzt editiert am 16. Mai 2022
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