Messehalle
Die Messe München verzeichnete in diesem Jahr erneut einen Besucherrekord: mehr als 250.000 BAU-Interessierte kamen nach München. (Quelle: Foto: MAU)

Industrie 2015-03-09T00:00:00Z BAU 2015 - BAU für die Baumärkte

Wo soll das noch hinführen? Die BAU in München verzeichnet in 2015 abermals einen Besucher­rekord. Baumarkteinkäufer sind logischerweise zu Scharen vor Ort. Alle Aussteller sind happy nur die Hersteller von Bodenbelägen wünschen sich eine terminliche Entzerrung von der Domotex.

Die BAU, die als Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme gilt, hat in ihrer 50-jährigen Geschichte erstmals die Schallmauer von 250.000 Besuchern durchbrochen, so die offizielle Meldung der Messegesellschaft. Zu der schon seit langer Zeit völlig ausgebuchten Fachmesse kamen an sechs Messetagen 251.200 Besucher, das sind über 16.000 mehr als 2013. Es kamen sicher auch mehr Besucher aus Deutschland, der deutliche Zuwachs ist aber den internationalen Gästen zu verdanken. Rund 72.000 Besucher kamen aus dem Ausland, das entspricht einem Plus von 20 Prozent. Zwar gilt die BAU als „Architektenmesse“, jedoch wurden auch zahlreiche Vertreter der Baumarktketten gesichtet.

BAU unverzichtbar

Für Messe-Geschäftsführer Dr. Reinhard Pfeiffer hat die BAU die Erwartungen der Aussteller und Besucher deutlich übertroffen: „Die BAU hat sich mit den neuen Rekordzahlen jetzt auch eindeutig als Leitmesse außerhalb der EU herauskristallisiert. Das zeigt sich am starken Besucherzu­wachs aus Ländern wie der Türkei, China oder Saudi-Arabien.“ Auch aus Sicht von Dieter Schäfer, Vorsitzender des Ausstellerbeirats der BAU und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Steinzeug Cremer & Breuer AG, hat die BAU „eindrucksvoll bewiesen, dass sie den Titel Weltleitmesse zu Recht trägt. Qualität und Internationalität der Besucher haben weiter zugenommen.“
Offenbar ist die BAU unverzichtbar, irgendwie wollen alle dabei sein. Diesen Eindruck gewann jeder, der sich seinen Weg durch die 17 Messehallen bahnte. Allgemeiner Tenor der Aussteller: Die Hallen waren vom ersten Tag an voll. Die BAU zeigte nachdrücklich, wofür sie bekannt ist und worauf sich ihr Ruf gründet: randvolle Messehallen, spektakuläre Standbauten und professionelle Gespräche an den Messeständen.

Ausstellerstatements

Die Aussteller, obgleich verwöhnt von vergangenen Veranstaltungen, zeigten sich beeindruckt von dem anhaltenden Besucherstrom. Viele berichteten von zweistelligen Zuwächsen bei den Kontakten. „Jeder Tag war ein Best-of, besser als bei allen bisherigen Veranstaltungen“, erklärte Martin Möllmann, Direktor bei Dyckerhoff. Ähnlich äußerte sich Michael Wiessner, Vorstand Vertrieb und Marketing von Saint-Gobain Isover: „Positiv überrascht sind wir von der hohen Besucherfrequenz vom ersten Messetag an. Wir hoffen, möglichst viel von der Euphorie, die wir auf der diesjährigen BAU gespürt haben, ins Tagesgeschäft mitnehmen zu können.“
Das eine große Thema gab es diesmal auf der BAU nicht. Im Vordergrund standen Produkt- und Systemlösungen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz, umwelt- und ressourcenschonende Materialien und Technologien sowie im Bereich BAU IT das Topthema „Building Information Modeling“ (BIM). Abseits technologisch-funktionaler Themen ging es vor allem darum, wie man das Wohnen, Leben und Arbeiten in der Stadt der Zukunft gestaltet. Auch Wohnkomfort war ein Thema.

Zur Baumarktbranche bekennen

Aus Sicht der Baumarkteinkäufer waren vor allem die Hersteller interessant, die sich in München klar zu ihrem Engagement im DIY-Bereich bekannten. Die Firma MEA stellte beispielsweise mit „MEA Lüftair“ eine neue Lüftungslösung vor, die besonders für Bauherren interessant ist, die eine Sanierung in diesem Bereich vornehmen wollen. Der Hersteller Saint-Gobain feierte in München das 350-jährige Bestehen des Unternehmens. Jedoch gab es mit AktivAir, einer Gipskartonplatte mit Reinigungseffekt, und Aquaroc, einer zementgebundene Trockenausbauplatte für Nassräume, auch neue Produkte zu bestaunen.
Gar nicht so neu ist der sogenannte Natursteinteppich, ein dekorativer Wand- und Bodenbelag auf Kunstharzbasis mit Marmor- und Donauflusskieseln. Neu ist nur, dass Quickmix das Produkt nun den Baumärkten anbietet. Außerdem drängen die Osnabrücker gerade mit einem Verpackungsrelaunch für die Fliesenchemie in den Markt. Die Verbundgruppe EMV soll die in Plastikbeutel verpackten Produkte bereits gelistet haben.

Made in Germany

Onduline ist ein bekannter Hersteller von leichten Dacheindeckungen, z. B. auf Bitumenbasis. Mit „Onduvilla“ zeigte das Unternehmen ein ideales DIY-Produkt zum Eindecken von Gartenhäusern oder Carports. Neben Dach- und Wandplatten gehört diverses Zubehör zum in sich geschlossenen Produktportfolio. Der Anbieter Velux stellte auf der BAU die neue Sonnenschutzkollektion vor. Dazu gibt es für den Handel einen neuen Verkaufsordner, in zwei Ausführungen – eine große und eine kompakte Version, je nach Anforderung vom Händler. Hauptaugenmerk bei der Erstellung der Verkaufsordner lag darauf, den Auswahlprozess für Kunden als auch Berater so einfach und übersichtlich wie möglich zu gestalten. Das Ergebnis ist ein Mix aus Lookbook, Stoffproben-Katalog und Produkt-Broschüre.
Der Hersteller BHK sah sich vor der Ausgabe, sowohl die Domotex als auch die BAU mit einem Messestand zu bestücken. „Made In Germany“ lautete schon die Botschaft, die das Unternehmen aus Hannover mitbrachte, was sich dann in München bestätigte. Im technologischen Bereich gebe es derzeit kaum Innovationen, wenn überhaupt nur im Bereich der Dekore. Und da kann BHK mit der Serie „moderna soleon“ aufwarten. Kennzeichen dieses Bodens ist eine enorm abriebfeste Oberfläche, die in Steindekoren angeboten wird. Das Produkt kann also offenbar der Fliese Konkurrenz machen

Bauchemie in B6

Eine sehr gute Besucherresonanz verzeichnete die Firma MEM, die einen Teil des Messestands der Konzernmutter Bostik in Halle B6 belegte. MEM hat einige neue Produkte für die DIY-Schiene im Programm, wie beispielsweise das „Express Dicht“, eine bitumenfreie Lösung zur Bauwerksabdichtung, den „Reparaturmörtel“ aus der Kartusche sowie den „Multiflächenkleber“, einsetzbar bei den unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Keramik und Metall.
Die Firma Remmers zeigte auf der BAU das so genannte HWS-112-Hartwachs-Siegel. Dabei handelt es sich um eine einkomponentige Holzveredelung, die hohen Beanspruchungen standhalten soll. Holz ist auch ein Thema beim Hersteller Trex, allerdings als Verbundwerkstoff: Trex ist eigenen Angaben zufolge der Erfinder von WPC und weltweit größter Hersteller von hochhaltbaren Verbundstoffdielen für den Außenbereich. Das Unternehmen war zum zweiten Mal auf der BAU und zeigte sich mit der Besucherfrequenz sehr zufrieden. Die Trex-Contour-Dielen seien das erste Produkt aus seinem Haus, das speziell mit Blick auf die europäischen Verbraucher entwickelt wurde, so Geschäftsführer Bryan Fairbanks. Trex Contour wird in fünf naturnahen Farbtönen angeboten.

Fazit

Die Aussteller der diesjährigen BAU zogen nahezu ausnahmslos ein positives Fazit. Einige Hersteller aus dem Bereich Bodenbeläge wünschen sich aber, dass im Zusammenspiel mit der fast zeitgleich in Hannover stattfindenden Domotex eine terminliche Entzerrung und dementsprechend eine einvernehmliche Lösung gefunden werden sollte. Die nächste BAU findet vom 16. bis 21. Januar 2017 auf dem Gelände der Messe München statt und spätestens dann ergibt sich wieder die Kollision mit Hannover. In der nächsten Ausgabe von baumarktmanager lesen Sie eine Titelgeschichte zum Thema „Messen – Welche Produkt- und Leistungsschau braucht die Baumarktbranche?“

MAU

zuletzt editiert am 24. Juni 2021
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