Leiter, Farbe und Malerwerkzeug stehen im Raum. Quelle: Pexels/Blue Bird
Heimwerkerbedarf boomt in der Corona-Krise. Quelle: Pexels/Blue Bird

Handel

15. September 2021 | Teilen auf:

Bau- und Einrichtungsmärkte erwirtschaften 15,7 Prozent des Einzelhandelsumsatzes

Das EHI hat die Studie „Stationärer Einzelhandel 2021“ vorgelegt. Die Zahlen zeigen: Neben dem Lebensmittelhandel und E-Commerce haben insbesondere die Baumärkte von der Corona-Krise profitiert.

Die Top 1.000 stationären Vertriebslinien haben 2020 einen Netto-Umsatz von mehr als 300 Milliarden Euro erwirtschaftet, das sind fast 60 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes (577,4 Milliarden Euro). Der Lebensmittelhandel generierte laut EHI mit deutlich über 60 Prozent den Löwenanteil des Umsatzes der Top 1.000 und war, weil er als systemrelevant galt und seine Läden geöffnet lassen konnte, zusammen mit dem E-Commerce Gewinner des Corona-Jahres. Auch die DIY-Branche profitierte.

Der stationäre Lebensmitteleinzelhandel (LEH) führt das Ranking an. Einen hohen Anteil von 60 Prozent an den Top 1.000-Umsätzen erreicht er mit nur einem Anteil von knapp 48 Prozent der Verkaufsstellen. Die 54.900 Verkaufsstellen – inklusive regionale Bäckereifilialisten oder Metzgereien, die in den Top 1.000 rangieren – stehen knapp 60.000 Filialen anderer Branchen gegenüber.

Wie langjährige Beobachtungen des EHI zeigen, ist die Anzahl der Verkaufsstellen des gesamten Handels rückläufig – und das nicht erst seit Corona. Im LEH ist diese Zahl im Vergleich zu 2018 (57.440) um 3,6 Prozent geschrumpft, während der Umsatz im selben Ausmaß (3,6 Prozent) gewachsen ist. Rückläufige Flächen bei wachsenden Umsätzen sprechen „für eine gesunde Flächenproduktivität des Lebensmittelhandels“, so das EHI – nach den stark expansiven Jahren findee derzeit eine Optimierung des Filialnetzes erfolgreich statt.

DIY mit 17 Vertriebslinien im Top 1.000-Ranking vertreten

Der Bereich Baumarkt ist durch 17 Vertriebslinien im Top 1.000-Ranking vertreten, die über 40 Prozent der Erlöse, des in 2020 stark gewachsenen DIY-Marktes ausmachen. Unter den Top 1.000 befinden sich 176 Filialisten aus der Branche DIY & Einrichten, diese betreiben insgesamt 9.400 Verkaufsstellen und erwirtschaften 15,7 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes der Top 1.000.

Trotz Onlineboom ist der Einzelhandel in Deutschland weiter durch den stationären Vertrieb geprägt. Allein die Top-4-Vertriebslinien des stationären Einzelhandels generieren mit 93 Milliarden Euro mehr Umsatz als der gesamte Onlinehandel in Deutschland. Fast alle Top 1.000-Händler besitzen eine eigene Internetpräsenz, aber nur knapp 36 Prozent der betrachteten stationären Vertriebslinien bieten dort auch tatsächlich ihre Waren an, hat das EHI herausgefunden. Der niedrige Wert erkläre sich vor allem durch die Bedeutung des Lebensmittelhandels im Ranking und der dort noch immer kaum ausgeprägten Online-Akzeptanz.