Ein Baumarkt von Home Depot in den USA
Unangefochtene Nummer eins unter den Baumärkten: Home Depot belegt im Ranking der 250 größten Einzelhändler weltweit den fünften Platz. (Quelle: Home Depot)

Handel 2022-02-24T10:26:35.918Z Baumärkte machen Boden gut

Die 250 größten Einzelhändler weltweit haben einer Deloitte-Studie zufolge von Juli 2020 bis Juni 2021 einen Umsatz von 5,11 Billionen US-Dollar erwirtschaftet (+5,2 Prozent gegenüber Vorjahr). Auffällig: Viele Baumarktketten sind im Ranking geklettert, auch Obi, Bauhaus und Hornbach.

Mit einem Plus von 10,0 und 8,1 Prozent Umsatz wuchsen die beiden deutschen Unternehmen in den Top 10, die Schwarz Group (Lidl, Kaufland) auf Rang vier und Aldi auf Rang acht, deutlich stärker als der Durchschnitt. Auch der dritte deutsche Discounter im Ranking, die Norma Unternehmensstiftung, wuchs mit 11 Prozent stark und kletterte damit 21 Ränge auf Platz 229. Ebenfalls auf Erfolgskurs befinden sich der Edeka-Verbund und die Rewe-Gruppe auf den Plätzen 17 und 18. Sie wiesen im Beobachtungszeitraum mit 9,7 Prozent und 8,9 Prozent mehr Umsatz ein starkes Geschäftsergebnis aus.

Unter den Top 10 befindet sich nur eine Baumarktkette: der US-Konzern Home Depot (Platz 5/+2 gegenüber Vorjahr). Konkurrenz Lowe's folgt auf Platz 12 (+3). Auffällig ist, dass viele Baumarkthändler zuletzt deutlich Sprünge nach vorne gemacht haben. Grund dafür ist der durch die Corona-Pandemie ausgelöste DIY-Boom weltweit. Auch die drei deutschen Baumarktketten unter den 250 größten Einzelhändlern weltweit sind geklettert: Tengelmann/Obi auf Platz 117 (+4), Bauhaus auf Platz 155 (+14) und Hornbach auf Platz 183 (+30).  

Wachstumssieger des aktuellen Reports „Global Powers of Retailing“ von Deloitte ist Amazon auf Platz zwei, der mit einem Plus von 34,8 Prozent den Abstand zur weltweiten Nummer eins, Walmart (plus 6,7 Prozent Umsatz), verkürzt. Walmarts Vorsprung ist komfortabel: Mit mehr als 559 Millionen US-Dollar setzte das Unternehmen im Beobachtungszeitraum von Juli 2020 bis Juni 2021 mehr als doppelt so viel um wie Amazon.

JD steigt in Top 10 auf

Dass der Wettbewerb zwischen stationären und Onlinehändlern zunimmt, macht auch der Einzug des ersten chinesischen Unternehmens in die Top 10 deutlich. Mit einem Umsatzplus von 27,6 Prozent kletterte der Onlinehändler JD von Rang elf auf Rang neun.

Den größten Produktsektor bilden weiterhin die Güter des täglichen Bedarfs, sogenannte Fast Moving Consumer Goods. Sie machten 66 Prozent des Umsatzes der Top 250 aus. Der Handel mit langlebigen Gebrauchsgütern und Freizeitartikeln folgte mit 21 Prozent und zeigte sich im Geschäftsjahr 2020 besonders wachstumsstark mit einem Plus von 14,5 Prozent. Einzelhändler im Textilbereich verzeichneten im Fiskaljahr 2020 dagegen Umsatzeinbrüche von 14 Prozent.

„Die Covid-19-Pandemie hat das Geschäftsjahr 2020 in vielerlei Hinsicht beeinflusst. Während der Handel mit Lebensmitteln und Gütern für Zuhause profitierte, waren Bekleidung, Accessoires und Luxusgüter weniger gefragt. Einige Trends werden uns aber auch langfristig begleiten: Der internationale Onlinehandel hat große Sprünge gemacht und ist aus dem Leben der Konsumenten nicht mehr wegzudenken. Auch Nachhaltigkeitsentwicklungen werden die Zukunft des Einzelhandels prägen“, sagt Deloitte-Experte Karsten Hollasch.

zuletzt editiert am 14. März 2022