Renovieren Heimwerken Farbe
Das größte Wachstum verzeichnete 2020 die Warengruppe Farbe und Zubehör. (Quelle: Pexels)

Handel 2021-04-27T00:00:00Z Baumärkte setzen 2020 mehr als 22 Milliarden Euro um

Die deutsche Baumarktbranche zählt zu den Profiteuren der Corona-Krise. Die Umsatzerlöse von Obi, Bauhaus, Hornbach und Co. legten 2020 im Vorjahresvergleich um 13,8 Prozent auf 22,14 Milliarden Euro zu. Dieses außergewöhnliche Ergebnis wird sich 2021 erwartungsgemäß nicht wiederholen.

Nachdem die Pandemie im Frühjahr 2020 über die Welt hereinbrach und den Verbrauchern schnell bewusst wurde, dass der Sommerurlaub ausfallen würde, entschlossen sich viele Deutsche, das Urlaubsbudget in die Verschönerung von Haus und Garten zu investieren. Abzulesen ist dies an den Umsatzzahlen der deutschen DIY-Branche, die der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) heute bei seiner Jahrespressekonferenz bekannt gab.

Demnach setzten die Handelsunternehmen in Deutschland 2020 rund 22,14 Milliarden Euro um. Dies entspricht im Vorjahresvergleich einem Plus von 13,8 Prozent (+14,1 Prozent auf bereinigter Fläche). Die Quartalsentwicklung spiegelt gewissermaßen das Pandemiegeschehen wider: Während die Umsätze von Januar bis März vergleichsweise moderat zulegten (+5,5 Prozent), war das zweite Quartal bereits vom DIY-Boom geprägt (+22,5 Prozent). Die außergewöhnlich positive Entwicklung setzte sich in den sonst eher nachfragearmen Sommermonaten fort (Q3: +13,9 Prozent) und kam auch im vierten Quartal (+9,4 Prozent) nicht zum Erliegen. Allerdings zeigte der Dezember (-3,3 Prozent) bereits erste Auswirkungen des harten Lockdowns.   

Umsatzeinbruch im Januar und Februar

Dass die Umsätze der Unternehmen nun in den ersten zwei Monaten des Jahres 2021 laut BHB um rund 50 Prozent eingebrochen sind, ist angesichts der Corona-Beschränkungen und der starken Vorjahresentwicklung nicht überraschend. Die deutlich angezogene Konjunktur während der Pandemie mache 2020 „zu einem besonderen Jahr“, so der Verband. Eine darauf aufbauende Prognose sei „angesichts der völlig unklaren Pandemie-Lage seriös gegenwärtig nicht möglich“. Ein Umsatzrückgang in 2021 scheine unvermeidlich. Der seit Jahren andauernde, positive Trend werde jedoch „die Branche stützen und deshalb spätestens in 2022 wieder zu erfreulichen Zahlen führen“.

Die Umsätze der österreichischen Bau- und Gartenmarktbranche legten den BHB-Zahlen zufolge 2020 um 10,9 Prozent auf 2,97 Milliarden Euro zu. In der Schweiz setzten die Handelsunternehmen 3,71 Milliarden CHF um (+10,2 Prozent).

zuletzt editiert am 24. Juni 2021
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