BayWa Konzernzentrale in München
Baywa Konzernzentrale in München. (Quelle: Baywa AG)

Handel 2024-04-02T06:03:44.587Z Baywa hofft auf Ergebnisverbesserung im laufenden Geschäftsjahr 2024

Der Konzernumsatz betrug im Geschäftsjahr 2023 23,9 Mrd. Euro (Vorjahr: 27,1 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag mit 304,0 Mio. Euro (Vorjahr: 504,1 Mio. Euro) erwartbar hinter dem Ausnahmejahr 2022 zurück. Die Jahresprognose von 320 bis 370 Mio. Euro verfehlte der Konzern laut einer Mitteilung damit nur knapp.

Im Vergleich zu 2021 und damit der Zeit vor Beginn des Krieges gegen die Ukraine konnte die Baywa nach eigenen Angaben das EBIT jedoch um 14 Prozent steigern. Allerdings belastete der rasante Zinsanstieg alle Geschäftsbereiche und drückte auf das Ergebnis des international tätigen Portfoliounternehmens: Nach Abzug von Zinsen und Steuern schließt die Baywa das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Minus von 93,4 Mio. Euro und damit 332,9 Mio. Euro hinter dem Vorjahr ab. 

„Wir nutzen das Jahr 2024 zur Konsolidierung. Dafür schauen wir uns aktuell jede unserer über 500 Beteiligungen an und definieren Wachstumsfelder, Optimierungsfelder sowie Geschäftsfelder, von denen sich die Baywa trennen will. Zukünftig muss jede Einheit für sich profitabel sein“, sagt Marcus Pöllinger, CEO der Baywa AG. „Mit der Umsetzung unserer ,Strategie 2030‘ werden wir die Profitabilität der Baywa erhöhen und unsere Kosten über alle Geschäftsbereiche und Verwaltungseinheiten hinweg reduzieren. So werden wir die Eigenkapitalquote mittelfristig in Richtung 20 Prozent führen und unsere Resilienz gegenüber Krisen weiter stärken. Das Ziel des Vorstands ist es, die Baywa 2024 wieder in den Gewinnkorridor zu führen.“

Bis Ende 2026 will das Unternehmen laut der Mitteilung ein Ergebnis zwischen 470 und 520 Mio. Euro erreichen. Ursprünglich wollte der Konzern dieses Ziel im Jahr 2025 erreichen. Die Baywa setzt dabei auf die unverändert hohe Attraktivität der von ihr bedienten Märkte in den Zukunftsfeldern Ernährung und Energie. CEO Marcus Pöllinger: „Unsere großen Wachstumsfelder sind der internationale Getreide- und Spezialitätenhandel und die erneuerbaren Energien. Dort investieren wir nachhaltig. Optimierungsbedarf sehe ich in den Geschäftsfeldern Agrar und Bau. Diesen gehen wir entschlossen an.“

Segment Bau leidet stark unter der schwachen Konjunktur

Der drastische Einbruch im deutschen Wohnungsbau im Segment Bau habe zu einem immensen Nachfragerückgang geführt, so der Konzern. Vor allem in den Sortimenten Hochbau, Garten- und Landschaftsbau sowie Dach sank der Absatz. Damit hat die rasante Abschwächung der Konjunktur im Wohnungsbau das Baywa-Geschäft schneller getroffen als erwartet.

Dieser Entwicklung habe man bereits im vergangenen Jahr mit einem Kosteneinsparprogramm, Standortschließungen und einem Einstellungsstopp entgegengewirkt, heißt es. Der Effekt dieser Maßnahmen werde sich im Ergebnis 2024 niederschlagen. Für den Markt selbst sieht das Unternehmen keine schnelle Trendumkehr, erwartet aber für das laufende Geschäftsjahr eine starke Ergebnisverbesserung im Segment Bau. Zudem wird das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Strategie vom reinen Produkthändler zum Anbieter effizienter Komplettlösungen und Dienstleistungen fortsetzen. Im Fokus dabei stehen vor allem die Nachhaltigkeit im Bau und der Klimaschutz im Gebäudesektor.

zuletzt editiert am 02. April 2024
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