Ein Mitarbeiter der Firma Berner berät einen Kunden oder Mechaniker in einem Lagerraum für Werkstattbedarf. Der Berater hält ein Smartphone in der Hand, während der Kunde ein Produkt, vermutlich eine Sprühdose, begutachtet und auf einem Klemmbrett Notizen macht. Im Hintergrund sind zahlreiche orangefarbene Regale mit verschiedenen Werkstatt- und Industrieprodukten zu sehen.
Beratungsgespräch zwischen Kunde und Außendienstmitarbeiter. (Quelle: Berner Group)

Handel 2026-08-20T06:15:39.673Z Berner Group setzt auf Wachstum aus eigener Stärke

Statt Zurückhaltung: Mehr Investitionen ins  Kerngeschäft, Ausbau des internationalen Beschaffungsnetzwerks und  Förderung eigener Produktinnovationen, um noch näher an die Kunden heranzurücken. Mit dieser antizyklischen Strategie konnte der B2B Spezialist im Wirtschaftsjahr 2025/2026 Marktanteile gewinnen, das Umsatzniveau von rund 1,1 Milliarden Euro verteidigen und die Profitabilität steigern. Das gibt der Konzern in einer Mitteilung bekannt.

„Wer erst investiert, wenn die Konjunktur wieder voll anspringt, kommt oft zu spät“, sagt Peter Schmidt, der als CEO das Kerngeschäft Omnichannel Trading Holding mit den Marken BERNER und BTI by BERNER verantwortet. „Wir nutzen die momentane Marktschwäche gezielt, um unsere Wettbewerbsposition nachhaltig zu stärken und die Basis für die nächste Wachstumsphase zu legen. Unsere finanzielle Stabilität gibt uns die Freiheit, unabhängig zu handeln und diese Entscheidungen aus eigener Kraft umzusetzen.“

Ein zentraler Erfolgsfaktor der positiven Unternehmensentwicklung ist die konsequente Kundenausrichtung. „Gerade in unsicheren Zeiten sind Verbindlichkeit, Geschwindigkeit und Kundennähe entscheidend“, betont Schmidt. „Unser Geschäftsmodell basiert darauf, genau zu verstehen, was unsere Kunden brauchen und ihnen zuverlässig die passenden Lösungen zu liefern.“ Die Strategie wirkt: Über alle Divisionen hinweg konnte Berner nach eigenen Angaben im Vergleich zum Vorjahr mehr Kunden neu- und zurückgewinnen. Zudem legte das Absatzvolumen gruppenweit zu. Besondere Umsatzdynamik zeigten die Märkte in Iberia (+8%) und Teile Osteuropas, vor allem die Sub-Region Tschechien/Slowakei (+7%). Bei Key Accounts legte der Konzern ebenfalls zu. So verzeichnete man beispielsweise in Norwegen, der Schweiz und Spanien zweistellige Zuwachsraten im Handel mit Großkunden.

Zur Absicherung dieser Entwicklung treibt die Berner Group laut Mitteilung ihre Logistik-Offensive voran. Allein am Stammsitz in Künzelsau investierte das Unternehmen fünf Millionen Euro in die Modernisierung und Automatisierung des Lieferzentrums. Erweiterungen oder Neuerungen gab es darüber hinaus in Spanien, Portugal, Frankreich, Österreich sowie im europäischen Zentrallager in Kerkrade (Niederlande). Gleichzeitig wurde die Beschaffung von Schrauben, Werkzeugen und anderen sensiblen Warengruppen breiter aufgestellt, um die Versorgung bestmöglich vor Risiken wie geopolitischen Spannungen oder gestörten Transportwegen zu schützen, so der Konzern.

Während viele Firmen momentan Stellen abbauen oder freiwerdende Positionen nicht nachbesetzen, hat der B2B-Spezialist nach eigenen Angaben im vergangenen Geschäftsjahr die Zahl seiner Außendienstmitarbeitenden erhöht und zudem deren Retention verbessert. Der Großteil des Umsatzes kommt von den rund 5.000 Vertriebsexperten, die die Kunden täglich direkt beraten – seit Kurzem mit zusätzlicher Unterstützung von Künstlicher Intelligenz, heißt es. Parallel dazu stärkt der Handelskonzern laut Mitteilung sukzessive sein alternatives Kanalangebot. Die stationären Depots steigerten ihren Umsatz 2025/2026 um 7% gegenüber dem Vorjahr. Und auch der E-Commerce entwickelte sich in den meisten Ländern positiv. So erzielte etwa Berner Deutschland laut Mitteilung ein Plus von 7% im Web.

zuletzt editiert am 20. August 2026
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