Der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) gab heute im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz am 5. März 2018 in Köln die aktuellen Marktzahlen, basierend auf den Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bekannt.
„Das zurückliegende Geschäftsjahr 2017 war ein schwieriges, letztendlich aber akzeptables Jahr für die deutsche Baumarktbranche, das wie schon im Vorjahr ganz im Zeichen der digitalen Transformation des Handels stand“, betonte BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst. Der erzielte Gesamtbruttoumsatz von 18,45 Milliarden Euro und der Umsatz-zuwachs von 1,1 Prozent liegen im Bereich der zu Jahresbeginn erwarteten Branchenentwicklung. In einem Jahr, das erneut geprägt war von der Digitalisierung der Geschäftsmodelle und der nachhaltigen Verzahnung von Stationär- und Onlinegeschäft haben die Unternehmen des deutschen Baumarkthandels bewiesen, dass sie für die Zukunftsaufgaben einer sich im Wandel befindlichen Branche gewappnet sind.“
Auch für das laufende Geschäftsjahr 2018 zeigt sich der BHB verhalten optimistisch, der Branchenverband geht dabei von einem Umsatzwachstum von 1,3 Prozent aus. Bei flächenbereinigter Betrachtung erwartet der BHB einen Umsatzzuwachs von 1,0 Prozent. Für den erweiterten DIY-Kernmarkt (Bau- und Heimwerkermärkte, Fachhandel, Kleinbetriebsformate und Distanzhandelsumsatz mit DIY-Kernsortimenten) sehen die Marktforscher von Teipel Research & Consulting, Köln, ein Marktvolumen von 49,9 Milliarden Euro Gesamtbruttoumsatz und ein Umsatzwachstum von 1,5 Prozent für das Jahr 2018 als realistisch an. Potenzial für Umsatzzuwächse 2018 in der Baumarktbranche sieht der BHB insbesondere auf dem Gebiet des privaten Re-novierungs- und Wohnungsbaus, der nach wie vor starken Bauwirtschaft, die Hand-werk und Baumarkthandel zugutekomme, sowie dem starken Privatkonsum, bedingt durch eine gute Arbeitsmarktsituation mit sicheren Jobs und Löhnen.
Das Geschäftsjahr 2017 stand wie das Vorjahr erneut ganz im Zeichen der digitalen Transformation des Handels und der Modernisierung der Geschäftsprozesse und Vertriebskonzepte. Dabei zeigte sich im Vorjahresvergleich Konstanz beim Blick auf die bundesweite Entwicklung der Zahl der Baumärkte und der Gesamtverkaufsfläche. Zum 1. Januar 2018 zählte die Gesellschaft für Markt- und Betriebsanalyse (Gemaba) bundesweit 2132 Baumärkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von 13,36 Millionen Quadratmetern, 14 Märkte und rund 108.000 Quadratmeter Verkaufsfläche mehr als noch zum Jahresanfang 2017 (2118 Märkte/Gesamtverkaufsfläche 13,25 Millionen Quadratmeter). Trotz der zahlenmäßig geringen absoluten Veränderungen wuchsen beim Blick auf die Marktgrößen neben den Großflächen (über 10.000 Quad-ratmeter) auch Kleinflächenformate mit weniger als 1500 Quadratmetern überproportional stark. Investitionen der Baumarktunternehmen gingen 2017 vermehrt in den Aus- und Umbau vorhandener Märkte und in den Auf- und Ausbau differenzier-ter Online-Angebote. „Für die Branche gilt es, die Vernetzung von stationärer und digitaler Einkaufswelt weiterhin erfolgreich voranzutreiben“, betont BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Wüst. „Wir müssen heute und in Zukunft unsere Kunden mit ihren Wünschen und Erwartungen in den Mittelpunkt rücken, sie mit zeitgemäßen Cross-channel-Angeboten und einem qualitativ hochwertigen Sortimentsportfolio über-zeugen und ihnen auf allen Kanälen Information und Inspiration zugleich bieten.“
Beim Blick auf die Sortimentsentwicklungen im Gesamtjahr erzielten die deutschen Bau- und Heimwerkermärkte 2017 laut GfK-Total-Store-Report die höchsten Umsätze mit den Sortimenten Bauchemie/Baumaterial (1,83 Milliarden Euro), Sanitär/Heizung (1,78 Milliarden Euro), Werkzeuge/Maschinen/Werkstattausstattung (1,27 Milliarden Euro), Elektro (1,26 Milliarden Euro), Anstrichmittel/Malerzubehör (1,25 Milliarden Euro) und Gartenausstattung (1,24 Milliarden Euro). Die Gesamtheit aller Gartensortimente, bestehend aus den Warengruppen Gartenausstattung (1,24 Milliarden Euro), Gartenmöbel (317,5 Mio. Euro), Gartengeräte/Be- und Entwässerung (999,6 Mio. Euro), Lebend Grün (1,01 Milliarden Euro) und Gartenchemie/Er-den/Saatgut (588,1 Mio. Euro), erzielte einen Umsatz von 4,16 Milliarden Euro und damit 22,5 Prozent des gesamten Jahresumsatzes. Betrachtet man die Sortimentsentwicklung im Vorjahresvergleich, zeigten sich 2017 die Sortimente Bauchemie/Baumaterial (+4,5 Prozent), Lebend Grün (+4,0 Prozent), Gartenausstattung (+3,9 Prozent), Werkzeuge/Maschinen und Werkstattausstattung (+3,6 Prozent) als Wachstumstreiber. Zum Teil zu deutlichen Umsatzrückgängen kam es hingegen in den Warengruppen Gartenmöbel (-9,6 Prozent), Wohnen/Dekoration (-6,6 Prozent) und Möbel (-3,8 Prozent).
