BHB, Wüst, von Buttlar
BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst im Gespräch mit Horst von Buttlar, Chefredakteur des Fachmagazins Wirtschaftswoche. (Quelle: RM Handelsmedien)

Grüne Fakten 2023-06-21T07:40:29.417Z BHB-Garden Summit: "Es passiert was da draußen"

Es gibt Investitionen in ein neues Ökosystem, viel Geld wird umgshiftet, es gibt Menschen, die Probleme lösen. Mit dieser wichtigen Botschaft sendete Horst von Buttlar, Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Wirtschaftswoche in seiner Rede ein Zeichen des Optimismus und des Aufbruchs an die rund 140 Teilnehmer des gestrigen BHB-Garden Summit, der traditionell den Abschluss der Gartenlifestyle-Messe Spoga + Gafa in Köln bildete. Auch in allen weiteren Vorträgen und der Podiumsdiskussion war das Motto des Summit„Klimafit und voller Werte“ spürbar. Die gemeinsame Message: Die Branche macht sich für die Anforderungen bereit und agiert aktiv.

Horst von Buttlar erklärte den Teilnehmern was es mit der These vom „grünen Jahrzehnt und wie die Klimakrise die Wirtschaft revolutioniert“ auf sich hat. Das Thema Dekarbonisierung im Besonderen beschäftige alle Teile von Handel und Produktion schon aktuell – wichtige Entscheidungen stünden bevor, um Kipppunkte noch vermeiden zu können, so der Chef der Wirtschaftswoche. Die wesentlichen Technologien dazu stünden schon bereit, ihr Einsatz müsse nun effizient getaktet werden. Dazu seien laut von Buttlar enorme Investitionen nötig, um den Energiehunger der Industriegesellschaften zu stillen. Jeder müsse sich fragen, wo der entscheidende Hebel in seinem Unternehmen sei, um Klimaschutzmaßnahmen schnellstmöclich einzuleiten. Eine Blitzumfrage unter den versammelten Teilnehmern ergab, dass drei von vier Unternehmen bereits mit der Nachhaltigskeitsstrategie in ihrem Unternehmen gestartet sind. Ein sehr ermutigendes Ergebnis, wie auch Horst von Buttlar im Gespräch mit BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst betonte.

Humboldt-Zitat als Inspiration

BHB-Vorstandsmitglied und Gartenhändler Alexander Kremer machte in seiner Rede deutlich, vor welch großen Aufgaben die Branche steht. Als Impuls gab er den Zuhörern u.a. ein Humboldt-Zitat mit auf den Weg: „Alles was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand“ – dies verknüpfte Kremer mit der Frage: Wie grün ist die Branche wirklich? Angesichts immer noch zu großer Mengen produzierten Kunststoffmülls entlang des gesamten Wareneingangs gelte es schnellstens Veränderungsprozesse anzustoßen. Denn die Gefahren des Klimawandels sind bereits für jeden heftig spürbar. Seine Message an die Summit-Teilnehmer: „Machen sie diese Aktivitäten und Ideen zu ihrer Herzensangelegenheit“.

Podiumsdiskussion, BHB Summit.
Auch bei der Podiumsdiskussion ging es um das Thema Nachhaltigkeit. V. l. n. r.: Dr. Jens Oldenburg (GF Stiftung Initiative Mehrweg), Einkaufs-Geschäftsführer Dominique Rotondi (Toom Baumarkt), Michael Wittmann (GF Einkauf & Logistik Pflanzen Kölle) und BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst. (Quelle: RM Handelsmedien)

Gemeinsame Branchenlösung gesucht

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion widmeten sich Einkaufs-Geschäftsführer Dominique Rotondi (Toom Baumarkt), Michael Wittmann (GF Einkauf & Logistik Pflanzen Kölle), Dr. Jens Oldenburg (GF Stiftung Initiative Mehrweg) und BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst der Frage, wie eine gemeinsame Branchenlösung bei den wiederverwendbaren  Pflanzentransportsystemen zu finden ist. Oldenburg stellte die Entwicklung und die Arbeit der Initative Mehrweg in Sachen Pflanzentrays vor, Rotondi und Wittmann zeigten ebenso anlaufende Alternativen aus ihren Unternehmen (auch solche im Teststadium) auf. Die Überlegungen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, stoßen auf einige Hindernisse und erfordern an vielen Stellen ein aufeinander Zugehen ebenso wie ein Eingreifen in bestehende und funktionierende Strukturen - das machte die Diskussion deutlich. So beschwor Rotondi die Dynamik, die eine gemeinsame Lösung entwickeln kann, warnte aber auch vor der Gefahr einer monopolistischen Abhängigkeit. Das Ganze werde ein komplexer Prozess, erfordere viele Gespräche und Abstimmungen – aber, und da waren sich alle einig, alles andere als ein gemeinsames System bringe nicht die notwenige Lösung.

Jüngere Zielgruppe entdeckt den Garten

Die Affinität der Shopper zum Garten nimmt zu. 2018 waren es 45,9 Prozent der Befragten, die Gartenarbeit und den Outdoor-Lifestyle lieben, 2022 sahen dies bereits 50,5 Prozent so - mit weiter steigender Tendenz. Mit diesen Zahlen verbreitete GfK-Director Consumer Panels, Martin Langhauser Hoffnung. Er machte überdies deutlich, dass es vor allem die jüngeren Shopper sind, bei denen der Anstieg der Gartenrelevanz am größten ist – darauf gelte es sich einzurichten, appellierte der Zahlenexperte an die Teilnehmer. So brauche die Gruppe der Millenials, die innerhalb der Käuferschicht besonders stark zulegt haben, ein anderes Maß an Emotionalität, an Werten und Verbindlichkeit. Eine Ggenaue Zielgruppenanalyse wird also einer der entscheidenden Hebel des Handels werden, so Langhauser.

Einen ausführlichen Nachbericht des Summit lesen Sie in der Ausgabe 09/2023 des BaumarktManager.

zuletzt editiert am 21. Juni 2023
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