Die Baumärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz können im ersten Quartal 2019 deutliche Umsatzsteigerungen gegen über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum verbuchen. In Deutschland liegt das Plus bei 10,5 Prozent.
Nach dem wetterbedingt verkorksten Start im vergangenen Jahr 2018 kann der deutsche Baumarkthandel mit dem ersten Quartal 2019 mehr als zufrieden sein. Um insgesamt +10,5 Prozent stieg der Umsatz in den ersten drei Monaten in Deutschland und erreichte dabei bereits jetzt die Vier-Milliarden-Euro-Schwelle (4,15 Milliarden Euro).
Besonders bei Saatgut und Lebendgrün stiegen die Umsätze teils deutlich an, was natürlich auch dem hochwinterlichen Vergleichszeitraum im Vorjahr geschuldet ist. Der deutliche Umsatzzuwachs lässt sich quer durch alle „grünen“ Sortimente bis hin zu Gartenmöbeln, aber auch in anderen Warengruppen feststellen. Nun hofft die Branche auch im weiteren Jahresverlauf auf gute Rahmenbedingungen, um die positive Umsatzentwicklung zu festigen.
Gut für den Ansturm aufgestellt
„Nach mehreren wetterbedingt eher ungünstigen Jahresstarts in Folge kann sich der deutsche Baumarkthandel diesmal besonders über den frühen Saisonauftakt im Garten freuen“, sagt BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst. „Die Bedeutung der Gartensortimente am Gesamtumsatz hat in den vorausgegangenen Jahren beständig zugenommen, die Bau- und Gartenmarktkunden sind durchaus bereit, in die hochwertige Ausstattung ihrer ‚Outdoor- Wohnzimmer‘ zu investieren. Die deutsche Baumarkt- und Gartenbranche war für den Frühstart sehr gut sortimentiell aufgestellt und hatte sich optimal bevorratet, sodass hier bereits wesentliche Abverkäufe erfolgen konnten.“
Vor dem Hintergrund, dass sich das erste Quartal mittlerweile als eine der wichtigsten Umsatzphasen im Jahreslauf etabliert hat, sei diese Entwicklung besonders wichtig für die Gesamtentwicklung. Für das Geschäftsjahr 2019 hatte der BHB für Deutschland zu Jahresbeginn ein Umsatzwachstum von 1,5 Prozent, auf bereinigter Fläche von 1,3 Prozent prognostiziert.
Zahlen in der Einzelbetrachtung
Insgesamt stieg der Gesamtbruttoumsatz des deutschen Bau- und Gartenmarkthandels im Dreimonats-Vergleichszeitraum zum Vorjahr um 10,5 Prozent (4,15 Milliarden Euro). Auf vergleichbarer Fläche konnte ein Umsatzanstieg von 9,9 Prozent generiert werden. Während der Januar mit einem Plus von 0,3 Prozent (1,16 Milliarden Euro) noch verhalten startete, sorgte der Februar mit einem Plus von 10,8 Prozent (1,22 Milliarden Euro) schon für gute Stimmung beim DIY-Handel. Der März brachte mit warmen und sonnigen Tagen und einem erneuten Umsatzanstieg von 18 Prozent (1,78 Milliarden Euro) dann den endgültigen Durchbuch.
Die Treiber für diesen ungewöhnlich starken Anstieg lassen sich – wie erwähnt – fast ausschließlich in den Gartensortimenten verorten. Hier zeigen sich die Zuwächse gegenüber dem Vorjahreszeitraum zum Teil exorbitant:
1. Gartenchemie/Erden/ Saatgut: +75,3 Prozent
2. Gartenmöbel: +41,4 Prozent
3. Lebend Grün: +35,7 Prozent
4. Gartenausstattung: +31,5 Prozent
5. Gartengeräte/ Be- und Entwässerung: +30,3 Prozent
Bei den anderen Warengruppe stachen besonders Bauchemie/ Baumaterial (+17,1 Prozent) und Holz (+15,1 Prozent) heraus. Auch hier förderte das gute Wetter frühe Heimwerker- und Bauaktivitäten der Baumarktkunden. Nur zwei Warengruppen konnten in diesem ungewöhnlichen Quartal nicht wachsen. Allerdings verbuchten die Produkte der Warengruppen Sanitär/ Heizung (-1,0 Prozent) und Wohnen/ Dekoration (-0,4 Prozent) auch nur minimale Rückgänge.
Situation in Österreich und der Schweiz
Auch in Österreich und der Schweiz konnten sich die Branchenhändler über den gelungenen Jahresstart freuen. Dabei verlief die Entwicklung in beiden Ländern analog zu Deutschland, wenn auch teils mit veränderten Steigerungsraten: In Österreich legte der Handel mit Bau- und Gartensortimenten im ersten Quartal 2019 sogar um 13,3 Prozent auf 520,8 Millionen Euro zu. Auf vergleichbarer Fläche ergibt das ein Plus von 12,6 Prozent. Wie zu erwarten, sind auch hier die Gartensortimente für den Zuwachs verantwortlich.
In der Schweiz erreichten die Bau- und Gartenmarktbetreiber in den drei ersten Monaten des Jahres einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 um 10,1 Prozent (621,2 Millionen Euro). Auf vergleichbarer Fläche bedeutet dies einen Anstieg um 8,8 Prozent.
