Eine Frau sitzt mit Einkaufstüten und Laptop auf dem Schoß auf einem Sofa. (Quelle: Pexels/Nataliya Vaitkevich)
Bequem: Onlineshopping auf der Couch (Quelle: Pexels/Nataliya Vaitkevich)

Handel

24. November 2021 | Teilen auf:

Boom im Onlinehandel nicht zu bremsen

Das starke E-Commerce-Wachstum hat sich nach Wiedereröffnung der Geschäfte im Frühjahr 2021 fortgesetzt. Von Mai bis September lagen die Umsätze um 8,8 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums. Verglichen mit den Vor-Corona-Umsätzen beträgt das Plus 36 Prozent.

Der stationäre Einzelhandel konnte von der Wiedereröffnung der Geschäfte nach dem monatelangen Lockdown zu Beginn des Jahres 2021 bisher kaum profitieren. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lagen die Umsätze von Mai bis September 2021 mit -0,2 Prozent in etwa auf dem Niveau des von coronabedingten Einschränkungen ebenfalls stark geprägten Vorjahreszeitraums. Verglichen mit den Umsätzen von Mai bis September 2019 konnte der stationäre Einzelhandel allerdings trotz der Krise ein Umsatzplus von 2,9 Prozent verbuchen. Der Anstieg fiel jedoch deutlich geringer aus als im Onlinehandel.

Die Krise hat einen Trend beschleunigt, der laut den Statistikern bereits seit 2015 deutlich erkennbar ist. Die Umsätze im Onlinehandel lagen im Jahr 2020 mit 23,8 Prozent deutlich über denen des Jahres 2019. Von 2015 bis 2019 fiel das Umsatzwachstum in dieser Branche mit einer durchschnittlichen Rate von 9,5 Prozent pro Jahr noch etwas gemäßigter aus. Im Vergleich dazu konnte der stationäre Einzelhandel nicht erst seit Ausbruch der Corona-Krise deutlich geringere Umsatzsteigerungen verbuchen. So fiel das Umsatzplus 2020 gegenüber 2019 mit 1,2 Prozent deutlich niedriger aus als im Onlinehandel. Auch in den Jahren zuvor konnten sie nur geringere Zuwächse erzielen: Die durchschnittliche Wachstumsrate betrug von 2015 bis 2019 lediglich 1,9 Prozent, erreichten also bei weitem nicht die Anstiege wie der Onlinehandel.

Der Internet- und Versandhandel ist nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes „dauerhafter Gewinner der Corona-Krise“. Darauf weise auch die Auswertung experimenteller Daten zu Online-Transaktionen hin. „Die Aktivitäten bei Online-Geschäften erreichen seit Mai 2021 zwar nicht die Höchststände, die während der Lockdown-Phasen zu Beginn der Pandemie sowie um den Jahreswechsel 2020/2021 zu beobachten waren”, sagt Destatis-Experte Yannik Buhl. „Sie liegen aber durchgängig über dem Vorkrisenniveau.”

Vorweihnachtsgeschäft macht sich seit Jahren im Onlinehandel bemerkbar

Insbesondere das Vorweihnachtsgeschäft (inklusive „Black Friday“ und „Cyber Monday“) macht sich im Online-Einzelhandel bemerkbar. Die Umsätze im Online-Einzelhandel stiegen von Oktober auf November 2020 um 19,9 Prozent, von November auf Dezember noch einmal um 0,9 Prozent. In der Vorweihnachtszeit 2019 – vor Ausbruch der Pandemie – war bereits ein ähnlicher Anstieg zu beobachten: von Oktober auf November 2019 um 17,6 Prozent, von November auf Dezember noch einmal um 1,8 Prozent.

zuletzt editiert am 24.11.2021