Klaus Peter Teipel (Quelle: BHB)
Klaus Peter Teipel (Quelle: BHB)

Branche

25. November 2021 | Teilen auf:

Branchenanalyst Teipel erwartet in 2022 kaum Wachstum für Baumärkte

Zum Auftakt des BHB-Kongresses hat Klaus Peter Teipel sein Zahlenwerk vorgestellt. Wie von ihm bereits Ende 2020 prognostiziert, haben die Baumärkte nach dem Corona-Boom des vergangenen Jahres 2021 deutlich weniger Umsatz erzielt. Für 2022 sieht er nur geringes Wachstumspotenzial.

Eine Prognose für das kommende Jahr sei „unheimlich schwierig“, sagte Klaus Peter Teipel mit Blick auf die aktuellen Probleme in den globalen Lieferketten, Rohstoffmangel und hohe Inflationsraten. Zwar erwartet der Branchenanalyst sowohl für den DIY-Gesamtmarkt und den DIY-Kernmarkt jeweils leichte Zuwächse. Die Baumärkte werden von der Entwicklung wahrscheinlich jedoch nicht profitieren können. Im besten Fall gewinnen die Baumärkte der Prognose zufolge 2022 im Vorjahresvergleich rund 3 Prozent, im schlechtesten Fall verlieren sie 5,1 Prozent. Der Umsatz landet demnach kumuliert bei rund 23,8 Milliarden Euro nach 23,9 Milliarden Euro (-9,1 Prozent gegenüber 2020) in diesem Jahr.

Dass die Baumärkte nach dem Corona-Boom in diesem Jahr deutliche Verluste werden hinnehmen müssen, hatte Teipel bereits im vergangenen Dezember vorgerechnet. Ohne Berücksichtigung der pandemiebedingten Sondereffekte befinde sich die Branche auf einem „gänzlich normalen Wachstumskurs“, betonte er. Eine besonders positive Entwicklung haben nach seiner Einschätzung zuletzt Baumarktbetreiber genommen, die einen projektbezogenen Vermarktungsansatz verfolgen. Dazu zählen in Deutschland vor allem Bauhaus und Hornbach. Diese Unternehmen sieht Teipel auch für die Zukunft in der Pole-Position.

„Ungeheuerlich, wie groß die Menge der Impfgegner in unserer Gesellschaft ist“

Der BHB-Kongress war gestern wie im Vorjahr erneut als digitale Ausgabe gestartet. Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst zeigte sich zuversichtlich, im kommenden Jahr wieder in Präsenz zusammenkommen zu können. Angesichts der sich momentan weiter verschärfenden Corona-Lage äußerte Wüst Unverständnis über den mangelhaften Impffortschritt in Deutschland. Es sei „ungeheuerlich, wie groß die Menge der Impfgegner in unserer Gesellschaft ist“. Einschränkungen wie die verschiedenen G-Regeln gingen zulasten der Frequenz im Einzelhandel. Er befürchte „partielle Lockdowns“, sagte der BHB-Chef, hofft aber selbstverständlich, dass es nicht dazu kommt.

zuletzt editiert am 25.11.2021