Tapetenabteilung OBI
Tapetenabteilung im Baumarkt (Quelle: MAU)

Industrie 2020-04-09T00:00:00Z Corona-Krise dämpft Erwartungen der Tapetenindustrie

Nach einem Rückgang der Inlandsumsätze um knapp 4 Prozent im Jahr 2019 hatten sich die deutschen Tapetenhersteller Hoffnung auf ein besseres Ergebnis 2020 gemacht. Daraus wird angesichts der Corona-Krise voraussichtlich nichts.

Mit einem attraktiven Sortiment, einer positiven Verbrauchereinstellung zur modernen Tapete und verstärkten Werbeanstrengungen wollte die Tapetenindustrie den Trend drehen. Wie in vielen anderen Branchen drohe nun das Corona-Virus einen Strich durch diese Pläne zu machen, so das Deutsche Tapeten-Institut in einer Pressemitteilung.

Dabei sei das Bild gemischt: Durch die vorübergehende Schließung vieler Fachgeschäfte gingen Umsätze verloren. Andererseits könne durch die Rückbesinnung beim Verbraucher auf „die eigenen vier Wände“ eine Verschiebung der Konsumausgaben von Reisen und Restaurantbesuchen zur Inneneinrichtung erwartet werden. Einige Tapetenhersteller hätten Kurzarbeit beantragt, behandelten das Thema aber flexibel und an die jeweilige Situation angepasst. Von Schwierigkeiten bei der Vormateriallieferung werde noch nicht berichtet.

Neben der Dauer der Kontaktbeschränkungen in Deutschland werde für die zukünftige Beschäftigung auch wichtig sein, wie sich die verschiedenen Auslandsmärkte und die dort geltenden Vorschriften für Handel und Verbraucher entwickeln – mit durchschnittlich zwei Dritteln Anteil sei der Export ein wichtiger Faktor für die Branche.

Gemeinschaftskampagne „Deutschland tapeziert“

Die erst im November 2019 gestartete Verbraucherkampagne „Deutschland tapeziert“ machte laut Branchenvertretung im Januar und Februar 2020 mit zwei Aktionen auf sich aufmerksam: In den „Tapetenwochen“ warb die gesamte Branche zeitgleich für Tapeten. Alleine mit der gemeinsam finanzierten Basiskampagne konnten in diesen drei Wochen über 11 Millionen zielgenaue Verbraucherkontakte erreicht werden – in den sozialen Online-Netzwerken sowie in Hörfunk und Presse. Die Gesamtergebnisse werden im Mai vorgestellt. Beim parallel stattfindenden Gewinnspiel „#MeineLieblingstapete“ luden tapetenbegeisterte Verbraucher über 1.000 Bilder auf www.deutschland-tapeziert.de/gewinnspiel hoch.

Ende April will sich der Lenkungskreis der Kampagne beraten und die ersten Schritte für die Fortführung der Kampagne 2020/2021 diskutieren. Die endgültigen Entscheidungen sollen beim „Tapetengipfel“ Ende Mai getroffen werden, der derzeit parallel als Vor-Ort Veranstaltung in Frankfurt sowie als Online-Event vorbereitet wird. Die Kampagne soll sich dabei schon an die neue Situation anpassen: Verbraucher können Tapeten gewinnen, um ihr Homeoffice zu verschönern.

zuletzt editiert am 25. Juni 2021
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