Dr. Vera Haye ist seit Januar 2021 neue Hauptgeschäftsführerin des Industrieverbands Klebstoffe e. V. (Quelle: IVK)

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31. October 2022 | Teilen auf:

Deutsche Klebstoffindustrie steigert Umsatz um 13 Prozent

Die deutsche Klebstoffindustrie hat das Geschäftsjahr 2021 mit einer Umsatzsteigerung von 13 Prozent abgeschlossen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Industrieverband Klebstoffe e.V. (IVK) trotz anhaltenden Umsatzwachstums erhebliche Herausforderungen als Folge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Effekte der damit einhergehenden Energiekrise.

Trotz schlechter Rohstoffverfügbarkeiten hat die deutsche Klebstoffindustrie eigenen Angaben zufolge mit einer produzierten Menge von rund einer Millionen Tonnen Klebstoffen im Jahr 2021 die Vorjahresproduktion um knapp fünf Prozent übertroffen. Besonders in den Produktgruppen Klebebänder, Dichtstoffe sowie Klebstoffe konnten deutliche Umsatzsteigerungen erzielt werden. Allein mit Klebstoffen konnte die deutsche Klebstoffindustrie 2021 einen Umsatz von zwei Milliarden Euro erzielen. Zusammen mit Dichtstoffen, zementären Bauklebstoffen und Klebebändern beläuft sich der Umsatz auf deutlich über vier Milliarden Euro. In Deutschland sind 17.800 Mitarbeiter für die Klebstoffindustrie tätig; weltweit sind es ca. 51.600. Rund 70 Prozent der Mitgliedsunternehmen des Industrieverbands Klebstoffe sind KMU mit weniger als 500 Beschäftigten.

Nach einem starken ersten Halbjahr wird für den weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres eine Abschwächung der konjunkturellen Entwicklung mit entsprechenden Einflüssen auf die Produktionsmengen erwartet. Viele Unternehmen der deutschen Klebstoffindustrie gehen davon aus, dass das weiterhin prognostizierte Umsatzwachstum nicht die erheblich gestiegenen Kosten für Material, Energie und Personal kompensieren wird. Die aufgrund der Energiekrise bestehenden Probleme bei der Rohstoffversorgung haben einen starken Einfluss auf vorgelagerte Herstellprozesse, was zu einer Verschärfung der Verfügbarkeiten insbesondere von Spezialitäten und Kleinmengen führen dürfte. „Unsere Mitgliedsunternehmen – insbesondere die kleinen und mittelständischen – stehen vor dramatischen Herausforderungen der Konsequenzen einer Energiekrise, wie wir sie noch nie erlebt haben “, erklärte Dr. Vera Haye, Hauptgeschäftsführerin des IVK. „Die Politik ist nun gefordert schnell zu handeln, Produktionen und Lieferketten zu stabilisieren und KMU gezielt zu unterstützen.“

zuletzt editiert am 31.10.2022