Schlepper bringen ein Containerschiff in den Hafen. Quelle: Pexels/Tom Fisk
Die Seefracht bleibt ein wichtiger Faktor im internationalen Warenverkehr. Quelle: Pexels/Tom Fisk

Branche

10. August 2021 | Teilen auf:

Deutsche Unternehmen halten an globalen Lieferketten fest

Trotz der Corona-Pandemie und deren Folgen für den internationalen Warenverkehr wollen kaum deutsche Firmen die globale Beschaffung durch neue nationale Lieferketten ersetzen. Das geht aus einer Ifo-Studie für die Konrad-Adenauer-Stiftung hervor.

Von 5.000 befragten Unternehmen will demnach nur jedes zehnte Unternehmen in Zukunft vermehrt auf heimische Lieferketten setzen. „Viele Firmen planen stattdessen, ihre Lagerhaltung auszubauen und die Anzahl ihrer Zulieferer zu erhöhen“, sagt Ifo-Expertin Lisandra Flach. Dieser Trend ziehe sich durch alle Wirtschaftssektoren.

In der Industrie haben 44 Prozent der Unternehmen vor, ihre Beschaffung zu ändern. Flach: „Industrieunternehmen geben häufiger an, ihre Beschaffungsstrategie zu verändern, wenn sie von Materialmangel betroffen sind.“ Beim Großhandel liegt der Wert bei 35 Prozent, im Einzelhandel sind es 27 Prozent, im Dienstleistungssektor 10 Prozent.

Eine Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland oder ins nahe gelegene Ausland würde offenbar zu hohen Wohlstandsverlusten führen. „Bei einer Rückverlagerung könnte die reale Wirtschaftsleistung Deutschlands um fast 10 Prozent zurückgehen“, sagt Flach. Gleiches gelte für die Rückverlagerung der Produktion zu europäischen Nachbarn. In diesem Fall würde die deutsche Wirtschaftsleistung um 4,2 Prozent sinken.