Flammlachsbrett Finnhandel
Ganz dicht dran: So befestigt man das Flammlachsbrett an einer Feuerschale (Quelle: Foto: Finnhandel)

Industrie 2015-03-09T00:00:00Z Die Welt daheim bei BBQ-Freunden

Wer beim Grillen nur an Koteletts und Frankfurter denkt, verpasst das Beste: Weltweit bereiten Grill-Fans exotische Köstlichkeiten zu. Viele dieser Gerichte können auch deutsche BBQ-Liebhaber nachgrillen – vorausgesetzt, sie haben das passende Grill-Werkzeug zur Hand.

USA – Pulled Pork

Der Inbegriff des amerikanischen Barbecue ist in Holzrauch langsam gegartes Fleisch. Smoked Spareribs, Beef Brisket, ein saftiger Braten aus der Rinderbrust, oder Pulled Pork sind amerikanische BBQ-Klassiker. Beim Smoken hängen Amerikaner große Fleischstücke, ganze Fische oder selbstgemachte Würste bei niedriger Temperatur stundenlang in den Rauch von brennendem Eichen- oder Kirschbaum-Holz. Das Fleisch ist gar, wenn es so zart ist, das es bei Berührung fast auseinander fällt. „Low and slow“, würde ein Amerikaner sagen – und Pulled Pork entweder in einem Hamburger oder mit Weißkohlsalat (Cole Slaw) servieren. Weil das Smoken auch bei deutschen Grillern immer mehr Anklang findet, reagieren deutsche Grillhersteller: So bietet der Allgäuer Anbieter Rösle das passende Smoker-Werkzeug: Pulled-Pork-Gabeln, mit denen BBQ-Fans die gesmokten Fleischstücke in mundgerechte Häppchen zerlegen können.

Südafrika und Namibia – Braai

Das Wort Braai bedeutet schlicht „braten“ auf Afrikaans, einer Sprache aus dem südlichen Afrika. Dahinter verbirgt sich eine große Grill-Kultur. Denn Braai machen Südafrikaner nicht allein, sondern in großer Gesellschaft. Das Grill-Event genießt einen hohen Stellenwert am Kap der guten Hoffnung. An vielen öffentlichen Orten befinden sich Braai-Plätze. Auch in Deutschland verbinden Menschen mit den Grillen Geselligkeit. Der Hersteller Landmann hat wohl aus diesem Grund die Belardo-Gartenküche entwickelt. Die Grill-Schrank-Kombination bietet Arbeitsfläche und ausreichend Platz für gemeinsames Kochen unter freiem Himmel. Zurück nach Afrika: Es lohnt sich für deutsche Griller, genau auf den Braai-Grill zu schauen. Eine burische Spezialität ist Boerewors, eine zur Schnecke gerollte Wurst, die mit viel Koriander gewürzt ist. Auch sind Kudu-, Springbock und Straußenfleisch gängiges Grillgut.

Europa – Dutch Oven

In einem im Feuer stehenden Topf aus Gusseisen zu kochen, wird in Europa schon seit hunderten Jahren
praktiziert. Der dickwandige Kochtopf heißt in Frankreich „Cocotte”, in England „Casserole ” und im Baltikum „Sac” – mit der amerikanischen Bezeichnung Dutch Oven hat der Topf sich in der internationalen BBQ-Szene einen Namen gemacht. Aber egal wie er heißt und wo er zum Einsatz kommt: Dieser
Topf eignet sich für vielfältige Schmorgerichte. Im Winter können hartgesottene Grill-Freunde herzhafte Eintöpfe wie Chili con Carne zubereiten, im Sommer auch Muscheln in Weißweinsauce garen.

Der amerikanische Grillhersteller Weber bietet für die diesjährige Grillsaison ein fast neun Kilo schweres
Exemplar als Einsatz für sein Gourmet-BBQ-System. Wer sich einen Dutch Oven anschafft, sollte allerdings einiges beachten: Ganz wichtig ist, dass der Deckel genau auf den Topf passt. Nur wenn der Dampf nicht entweicht, kann das Essen im Topf wie in einem Dampfkochtopf garen. Den Topf nicht mit Spülmittel reinigen, da sonst die Patina verloren geht, der Topf danach entrostet und neu eingebrannt werden muss. Und niemals den heißen Topf mit kalten Wasser in Berührung bringen, weil er dann sofort
zerspringt.

Dänemark – Æbleskiver

Auch Nachtische lassen sich gut auf dem Grill zubereiten, wissen die Dänen. Kleine Pfannkuchenkugeln, sogenannte Æbleskiver, sind bei unseren nordischen Nachbarn sehr beliebt. Die Dänen bereiten die Teigbällchen in speziellen Æbleskiver-Pfannen mit runden Vertiefungen zu. Das geht so: Pfanne auf den Grill legen, den Teig von beiden Seiten durchbacken, bis er eine leichte Bräune bekommt und knusprig ist. Unbedingt beachten: Hat der Grill einen Deckel, sollte dieser bei der Zubereitung offen stehen. Sonst werden die Pfannkuchenbällchen zwar von außen braun, sind allerdings noch nicht von innen durchgebacken.

Italien und Spanien – Von Pizza bis Paella

Von wegen nur im Steinofen! Pizza lässt sich auch ausgezeichnet auf einem Grill zubereiten. Viele Grillhersteller offerieren in dieser Saison feinmaschige Grillroste, auf denen Pizzateig gut aufliegt. Rösle bietet etwa ein Rost aus emailliertem Eisenguss mit 50 oder 60 Zentimeter Durchmesser. Der Hersteller preist dessen gute Wärmeentwicklung, die für Bräunungs-Muster und ein rauchiges Aroma im Pizzaboden sorgt. Konkurrent Weber hat in dieser Saison auch Pizzaschneider und -heber im Sortiment. Von Italien nach Spanien: Auch eine Paella muss man nicht am Herd kochen. Zahlreiche Hersteller bieten Woks und Pfannen für Grills an, zum Beispiel Cadac mit einer Schale aus schwarzem Carbonstahl. Während Reis und Gemüse im Wok schmoren, können Griller Shrimps und Hähnchenkeulen, die in eine jede Paella gehören, auf dem Grillrost zubereiten.

Finnland – Flammlachs

Tagsüber angeln, abends ein Lagerfeuer am See machen und den frischgefangenen Fisch direkt über dem offenen Feuer braten, fertig ist der finnische Flammlachs. Dieser Hochgenuss muss nicht ausschließlich den Finnen vorbehalten sein. Mit sogenannten Flammlachsbrettern, die auch deutsche Grillliebhaber mittlerweile über das Internet beziehen können, lässt sich diese Fischspezialität mit Leichtigkeit nachgrillen. Dazu mariniert man ganze Lachshälften nur mit Salz und Pfeffer, lässt die Gewürze eineinhalb Stunden einwirken. Dann spannt man eine Lachshälfte zwischen Flammlachsbrett und eine Eisenhalterung und befestigt es an einer Feuerschale oder neben dem Lagerfeuer, sodass der Lachs nah am Feuer brät.

Marvin Milatz

zuletzt editiert am 24. Juni 2021
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