Nur 27 Prozent der Händler sehen sich als Digitalisierungsprofis. Die restlichen Multi-Channel-Händler stehen noch am Anfang. Dies zeigt eine neue Kurzstudie von ECC Köln und plentymarkets.
Für die Kurzstudie „Herausforderungen Digitalisierung- wo stehen Händler heute?“ von ECC Köln und plentymarkets, wurden rund 200 Händler zu ihren Erfahrungen befragt. In Sachen Vertrieb äußerten sich 85 Prozent der Befragten, dass sie ihre Waren (auch) online- meist über einen eigenen Online-Shop oder über unterschiedliche Marktplätze vertreiben. Bei der Prozessdigitalisierung sieht dies allerdings ganz anders aus: Lediglich 27 Prozent der Händler bezeichnen sich selbst als weitestgehend digitalisiert. Immerhin knapp 53 Prozent stehen noch ganz am Anfang. Vernachlässigt werden aktuell vor allem die Digitalisierung des Customer-Relationship-Managements und eine digitale Implementierung des Prozessmanagements.
„Digitalisierung lohnt sich- strategisch, imagemäßig und finanziell. Um erfolgreich zu sein, muss diese aber zu Chefsache gemacht werden. Die Führungsebene sollte dafür sorgen, dass Digitalisierungsprozessen der entsprechende Stellenwert eingeräumt wird und die Mitarbeiter rechtzeitig eingebunden werden“, rät Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.
Gebremst wird dieser Gedanke meist durch Unsicherheit und fehlendes Know-how. Viele Händler sind sich bezüglich des Kosten-Nutzen-Verhältnis noch unsicher (50,3%). Jeder dritte fühlt sich wiederum nicht mit dem nötigen technischen Know-how ausgestattet, um Digitalisierung aktiv voranzutreiben zu können. Auch Unsicherheit über den Ablauf, Rechercheaufwand und fehlende Kenntnisse zum genauen Bedarf hemmen die Digitalisierung.
Dennoch bestätigen Kundenzufriedenheit und Kostenreduktion die Vorteile einer Digitalisierung. Der Digitalisierungsprozess erzielt positive Effekte in den Bereichen Umsatz, Kosten und Zeit. Die Mehrheit der befragten Händler, die bereits gut in Sachen Digitalisierung unterwegs sind, geben an, dass sich die erhofften Vorteile eingestellt haben. Rund 64 Prozent konnten ihre Kundenzufriedenheit steigern und jeder Zweite profitiert von Zeitersparnissen im Tagesgeschäft. Auch finanziell hat sich die Digitalisierung für die Befragten gelohnt: Knapp die Hälfte der fortgeschrittenen Digitalisierer können über erhöhte Umsätze und Kostenersparnisse freuen.
