Zertifizierung, Nachhaltigkeit, IPM, IVG
John Janssen (SMK/Nachhaltiger Florist), Maik Mandemaker (MPS), Sarah von Fintel (GLOBALG.A.P.), Katharina Schwab (Fairtrade Deutschland) und Dr. Karlheinz Kroell (BLUETENPRACHT Frischblumen GmbH) diskutierten über das Thema Zertifizierung und Nachhaltigkeit. (Quelle: IVG)

Grüne Fakten 2024-01-30T06:54:28.665Z Diskussion: Vor- und Nachteile bei der Zertifizierung von Pflanzen

Im Rahmen der IPM Essen fand eine Diskussionsrunde statt, die sich der Frage stellte, ob die Zertifizierung von Unternehmen beziehungsweise deren Produkte im Bereich Schnittblumen und Pflanzen eine Grundvoraussetzung zur Teilnahme am Markt oder zusätzlich eine Möglichkeit zur Umsatzerhöhung, darstellt. In einer Mitteilung fasst der IVG die Essenz der Debatte zusammen.

Nachhaltigkeit in der Blumen- und Pflanzenzucht nimmt vermehrt eine wichtige Rolle ein, wie vor Kurzem auch der Consumer Trends Report 2024 des Capgemini Research Institute belegte. Danach wünscht sich gut die Hälfte der Endkundinnen und Endkunden mehr Transparenz und mehr Informationen über die Nachhaltigkeit von Produkten. Dieser Trend der Grünen Branche geht einher mit den zunehmenden gesetzlichen Anforderungen an Unternehmen in Deutschland und der Europäischen Union, betonte auch die Organisation Fairtrade Deutschland. „Zertifizierungssysteme wie Fairtrade können Unternehmen bei der Erfüllung ihrer unternehmerischen Sorgfaltspflichten unterstützen. Über den Einkauf zertifizierter Schnittblumen oder Jungpflanzen aus dem globalen Süden und mithilfe von Programmen vor Ort kann Fairtrade hier einen wichtigen Beitrag leisten – auch was die Transparenz gegenüber Verbraucherinnen und Verbraucher angeht“, so Katharina Schwab.

„Mit unabhängiger Zertifizierung übernimmt unsere Branche Verantwortung. Mit validierten, messbaren Daten werden unsere bisherigen Nachhaltigkeitsbemühungen sichtbar", so ein Beitrag von Maik Mandemaker von MPS. Dr. Karlheinz Kroell von Blütenpracht Frischblumen legte auf der anderen Seite die Schwierigkeiten von Seiten der Produzenten offen. „Zertifizierungen müssen sich für Produzenten in höheren Preisen oder besserer Markenwahrnehmung auszahlen. Das wird nur möglich sein, wenn die Branche den Verbrauchenden eine konzertierte Nachhaltigkeits-Strategie und -Kommunikation bietet, die auf umfassender Transparenz gegründet ist. Diese Aufgabe muss, im Dialog mit allen Stakeholdern, unverzüglich angegangen werden.“

Der IVG als ein Vertreter der Gartenbranche in Deutschland begrüßt die rege Diskussion und auch das Interesse des Publikums auf der IPM Essen. „Die Diskussionsrunde hat gezeigt, dass die Anforderungen und Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigkeit für den Gartenbau gestiegen sind, aber auch interessante Chancen bieten. Gleichzeitig muss sich der Mehraufwand auch finanziell lohnen und er darf nicht überbürokratisiert werden, denn Nachhaltigkeit beinhaltet auch immer eine ökonomische Seite“, so Philip Testroet, Referatsleiter Gartenbau und Umwelt beim IVG.

zuletzt editiert am 30. Januar 2024
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