Ein Diagramm zeigt die Wachstumsbeiträge der einzelnen Komponenten des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 2019 bis 2026.
Die deutsche Wirtschaft kommt nur in Trippelschritten voran. (Quelle: DIW Berlin)

Branche 2025-03-18T07:42:01.628Z DIW-Konjunkturbarometer: Deutsche Wirtschaft stagniert

Die deutsche Wirtschaft kommt weiterhin nicht vom Fleck und dürfte in diesem Jahr das dritte Jahr in Folge stagnieren. Politische Unsicherheit durch die vorgezogenen Bundestagswahlen, aber auch die weltweiten handels- und geopolitischen Unwägbarkeiten treffen die deutsche Wirtschaft in einer fragilen Lage. Erst im kommenden Jahr ist mit einer deutlichen Erholung um 1,1 Prozent zu rechnen. Das geht aus der aktuellen Konjunkturprognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor.

Damit revidiert das DIW seine Konjunkturprognose für Deutschland erneut leicht nach unten. Ein wesentlicher Grund dafür ist der private Konsum, der sich hierzulande trotz steigender Reallöhne schwächer als erwartet entwickelt. Angesichts der angespannten weltpolitischen Lage und Sorgen um den Arbeitsplatz halten sich viele Menschen in Deutschland mit größeren Anschaffungen zurück.

„Der Verlust der USA als verlässlichen politischen Partner stellt die künftige Bundesregierung vor große Herausforderungen und verschärft insbesondere für die exportorientierten Unternehmen die ohnehin schwierige Lage“, sagt DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. „Das geplante Sondervermögen für Infrastrukturinvestitionen könnte im kommenden Jahr für einen deutlich stärkeren Wirtschaftsaufschwung als prognostiziert sorgen.“

Im Jahr 2025 wird mit einer breiten Stagnation in nahezu allen Wirtschaftsbereichen gerechnet. Wirtschaftspolitische Unsicherheiten werden voraussichtlich vor allem die Exportwirtschaft ausbremsen.

Lichtblicke erkennbar

„Trotz dieser Herausforderungen gibt es aber auch Lichtblicke: Mit den kurzen Sondierungsgesprächen und den jetzt schon anlaufenden Koalitionsgesprächen können wir schnell eine handlungsfähige Regierung erwarten, wodurch sich auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rasch klarer abzeichnen dürften“, erwartet Konjunkturchefin Dany-Knedlik. Dies dürfte die seit dem Herbst letzten Jahres aufgehellte Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe weiter verbessern und den Arbeitsmarkt stabilisieren. Zwar wird für dieses Jahr ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet, doch die Arbeitslosenquote bleibt auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. 2026 dürfte die Beschäftigung dann erneut etwas steigen. Die Löhne entwickeln sich weiterhin positiv, und die Inflation bleibt moderat. Die Teuerungsrate wird 2025 mit voraussichtlich 2,1 Prozent zwar leicht höher liegen als noch im Winter prognostiziert, im kommenden Jahr aber zum Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent zurückkehren. Die günstigeren Finanzierungsbedingungen stützen zudem die Entwicklung der Investitionstätigkeit. Bau- und Ausrüstungsinvestitionen dürften moderat zulegen, unterstützt durch eine steigende Nachfrage der öffentlichen Hand. Hoffnung machen auch das geplante Sondervermögen für Infrastrukturinvestitionen. Allein das Sondervermögen könnte das Bruttoinlandsprodukt in den nächsten zehn Jahren um durchschnittlich mehr als zwei Prozent pro Jahr anheben.

zuletzt editiert am 18. März 2025
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