Teipel, DIY-Markt, BHB-Kongress
Zahlenexperte Klaus-Peter Teipel präsentierte die Zahlen zum DIY-Markt. (Quelle: RM Handelsmedien)

Branche

25. November 2022 | Teilen auf:

DIY-Markt: Pandemie und Krieg hinterlassen Spuren

Mehr Schatten als Licht - so fasste Zahlen-Experte Klaus-Peter Teipel die Entwicklung im DIY-Markt 2022 zusammen, auch in 2023 wird es keine dynamische Entwicklung geben. Zwar bleibt der Gesamtmarkt immer noch relativ stabil, aber die Marge wird schwächer, so die Prognose.

Zum Ende des laufenden Jahres werden die Bau- und Heimwerkermärkte ein nominales Wachstum von 10,4 Prozent auf 26,82 Milliarden Euro erzielen, prognostizierte Klaus-Peter Teipel auf der Basis der vorliegenden Zahlen bis Ende September 2022. Allerdings täusche der positive Eindruck, dieses Umsatzplus sei rein preisgetrieben, betonte der Branchen-Experte, der in der Folge zwei weitere Aspekte hervorhob: Zum einen die Entwicklung des Online-Handels, der in diesem Jahr erstmals gravierende Einbußen von minus 13,6 Prozent im DIY-Gesamtmarkt hinnehmen musste. "Der stationäre Handel lebt", so die Schlussfolgerung von Klaus-Peter Teipel.

Zum anderen hob der Zahlenexperte eine deutliche Verlagerung bei den Kunden- und Ausgabenanteilen hervor. Während der Anteil derjenigen Kunden, die ein Nettoeinkommen von bis zu 3500 Euro zur Verfügung haben seit 2015 deutlich gesunken sei, habe der Anteil der hohen Einkommensgruppen stark zugenommen, sie machten inzwischen 42 Prozent des Umsatzes aus, sagte Teipel. Dies müssten alle Beteiligten in ihrer strategische Entwicklung ebenso berücksichtigen wie die Tatsache, dass es aufgrund sinkender Neubautätigkeit viele Chancen für werterhaltende Maßnahmen in den Bestandsimmobilien gebe.

In puncto Sortimente gebe es in 2022 einen klaren Trend hin zu Ergänzungssortimenten, sie seien die Gewinner in den Baumärkten. Der Fachmann nannte explizit die drei Warengruppen Innenausbau, Elektroinstallation und Heizung, letztere sei geradezu explodiert, so Teipel. Ein Minus hingegen verzeichnen die Sortimentsbereiche Holz und Gartenmöbel.

Auch für 2023 sieht der Experte Ergänzungssortimente und Baustoffe als Treiber bei den Warengruppen, die klassischen DIY-Sortimente eher nicht. Für die Bau- und Heimwerkermärkte sagte Teipel ein Umsatzplus von 7 Prozent voraus, was einem nicht-preisbereinigten Umsatzzuwachs um 1,9 Milliarden Euro auf dann 28,7 Milliarden Euro gleichkommt. Real würden die Baumärkte jedoch nicht mehr verdienen, da die Inflationsrate voraussichtlich auch bei ca. 7 Prozent liegen werde. Somit sei zu erwarten, dass die Marge insgesamt schwächer werde. Auch Preisnachlässe sieht Teipel nicht als geeignete Maßnahme an, um hier doch noch an Fahrt aufzunehmen. Dennoch bleibt festzuhalten: Der Gesamtmarkt bleibt weiterhin relativ stabil.

zuletzt editiert am 25.11.2022