Portrait von Dr. Nikolas Stihl
Dr. Nikolas Stihl sorgt sich um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. (Quelle: Stihl)

Industrie

22. December 2022 | Teilen auf:

Dr. Nikolas Stihl sieht Standort Deutschland in Gefahr

Dr. Nikolas Stihl, Vorsitzender des Stihl Beirats und Aufsichtsrats, fürchtet um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Ein Thema ist für ihn auch der Wettbewerb aus den USA und China.

Gegenüber der Deutschen Presseagentur hat Dr. Nikolas Stihl dies vergangene Woche so formuliert: „Die Gefahr einer Deindustrialisierung ist nicht von der Hand zu weisen. Der deutsche Standort könnte irgendwann einen Kipppunkt erreichen mit stark negativen Auswirkungen auf die Bereitschaft, hierzulande unternehmerisch zu wirken.“ Laut seiner Einschätzung werde es für die deutsche Industrie immer schwieriger, sich im globalen Wettbewerb als widerstandsfähig zu erweisen. Für sein Unternehmen sei dieser Punkt erreicht, wenn es hierzulande nicht mehr wettbewerbsfähig herstellen könne, so Stihl weiter.

Standortbedingungen: in vielen Punkten "zu wenig"

Dabei ist dem Stihl-Aufsichtsratsvorsitzenden bewusst, dass Deutschland traditionell kein billiger Produktionsstandort ist. Doch gerade in den letzten Jahren hätten sich die Standortbedingungen hierzulande sukzessive verschlechtert, argumentiert er: „Wir erneuern unsere Infrastruktur zu wenig, bauen zu wenig dazu und sind zu wenig innovativ. Wir schauen zu, wie uns die wichtigsten Wettbewerber auf der Welt – als da sind die USA und China – links und rechts überholen.“

Absatz unter dem Vorjahreswert

Tatsächlich erfährt Stihl aktuell gerade im Bereich der Akkutechnik einen zunehmenden Wettbewerb von Anbietern aus den USA und China. Während man im Bereich der benzinbetriebenen Geräte zweifelsohne an der Spitze agiert, werden die Karten im Akkusegment aktuell neu gemischt. Dennoch präsentiert sich das schwäbische Familienunternehmen stabil. 2021 erzielte Stihl mit etwas über fünf Milliarden Euro einen Umsatzrekord. Der Umsatz für 2022 liege noch einmal deutlich darüber, heißt es. Dies sei jedoch auch auf den schwachen Euro sowie Preisanpassungen wegen der Inflation zurückzuführen. Beim Absatz wird Stihl demzufolge voraussichtlich leicht unter dem Vorjahreswert bleiben. Grund seien Probleme mit den Lieferketten.

zuletzt editiert am 20.12.2022