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Jürgen Resch: „Baumärkte müssen die Verantwortung für die von ihnen in Verkehr gebrachten Produkte übernehmen.“ (Quelle: DUH)

Branche 2018-07-30T00:00:00Z DUH: Baumärkte nehmen Umweltschutz nicht ernst

Wie Baumärkte Testbesuche der Deutschen Umwelthilfe belegen, informieren Baumärkte ihre Kunden nur unzureichend über Rückgabemöglichkeiten schadstoffhaltiger Bauschaumdosen und Energiesparlampen. Dabei wird eine Chance zur Kundenbindung verschenkt.

Folgende Meldung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) taucht in der Baumarktbrache nicht zum ersten Mal auf: „In deutschen Baumärkten werden Verbraucher schlecht darüber informiert, wie und wo sie Baumschaumdosen oder Energiesparlampen ordnungsgemäß entsorgen können“. heißt es offiziell aus Berlin. Verbrauchern würde die Rückgabe schadstoffhaltiger Produkte im Handel erschwert.

Die DUH hat aktuell Testbesuche in 38 Filialen von neun Baumarktketten durchgeführt und das ist das Ergebnis. Die Testbesuche wurden in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt durchgeführt. Das beste Gesamtergebnis beim Kundeservice zu schadstoffhaltigen Produkten erreichten Filialen von Hellweg und Bauhaus. Am schlechtesten schnitten Obi, Hagebau und BHG ab. Der Kundenservice zur Rücknahme von Bauschaumdosen und Energiesparlampen befindet sich demnach noch immer nicht auf einem verbraucherfreundlichen Niveau und muss deutlich verbessert werden.

„Wenn Baumärkte Umweltschutz ernst meinen, dann müssen sie auch die volle Verantwortung für die von ihnen in Verkehr gebrachten Produkte übernehmen. Insbesondere dann, wenn diese Schadstoffe beinhalten. Deshalb schreibt der Gesetzgeber vor, dass Verbraucher über die Rücknahme und ordnungsgemäße Entsorgung von Energiesparlampen und Bauschaumdosen informiert werden müssen. Doch genau daran hapert es nach wie vor. Das Missachten gesetzlicher Pflichten wird durch das völlige Fehlen behördlicher Kontrollen salonfähig gemacht. Solange die für die Kontrolle von Umweltgesetzen zuständigen Landesbehörden untätig bleiben, wird die DUH die Einhaltung notfalls auf dem Rechtsweg durchsetzen“, sagt der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Er fordert die Vollzugsbehörden der Länder dazu auf, endlich effiziente Kontrollen durchzuführen. Nur durch das konsequente Verhängen von Bußgeldern sowie die Veröffentlichung festgestellter Verstöße kann der Verbraucher- und Umweltschutz sichergestellt werden.

Weil Energiesparlampen kleine Mengen Quecksilber und leere Bauschaumdosen den gesundheitsgefährdenden Reststoff Isocyanat enthalten, müssen Baumärkte Verbraucher über Entsorgungsmöglichkeiten informieren. Die meisten Baumärkte müssen zudem Energiesparlampen verpflichtend zurücknehmen. Für einige Experten von der DUH sowie von verschiedenen Verbänden ist es unverständlich, dass viele Händler diese Rücknahmemöglichkeiten nicht anbieten und auch nur unzureichend darüber informierten. Schließlich handele es sich doch hierbei um eine gegenüber dem E-Commerce hervorragende Möglichkeit, den Kunden einen vom Gesetzgeber vorgeschriebenen, zugleich aber auch leicht durchzuführenden Service anzubieten. Eine Chance zur Kundenbindung werde hier verschenkt.

zuletzt editiert am 25. Juni 2021
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