E-Commerce Online-Shop Pixabay
Quelle: Pixabay

Handel 2023-01-26T14:34:09.075Z E-Commerce mit Waren schrumpft 2022 um 8,8 Prozent

Der deutsche E-Commerce konnte 2022 nicht an die hohen Vorjahresumsätze anknüpfen. Nominal, also ohne Inflationsbereinigung, fiel der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce im Gesamtjahr 2022 um 8,8 Prozent auf 90,4 Milliarden Euro nach 99,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Insgesamt (incl. digitaler Dienstleistungen) erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 101,7 Milliarden Euro (2021: 107,1). Das geht aus einer Mitteilung des BEVH hervor.

Verglichen mit den Umsätzen vor Corona (2019) lag der Onlinehandel mit Waren den Angaben zufolge vergangenes Jahr noch immer 24,5 Prozent im Plus. Betrachtet man nur den Anteil am Nonfood-Handel, liegt der Marktanteil des E-Commerce mit 15,4 Prozent ebenfalls unter den im vergangenen Jahr erzielten rund 20 Prozent. Im Warensegment "DIY & Blumen" steht ein Rückgang um minus 12,2 Prozent zu Buche. Dienstleistungen sind mit einem Rückstand von 42,2 Prozent im Vergleich zu 2019 hingegen noch weit davon entfernt, das Niveau der Vor-Corona-Jahre zu erreichen.

E-Commerce, Waren, Entwicklung, Umsatz, Segmente
Die Umsatzentwicklung in den einzelnen Warensegmenten. (Quelle: Screenshot)

„Auch der Online-Handel nimmt die Krise wahr. Die merkliche Kaufzurückhaltung, vor allem bei nicht unmittelbar notwendigen Dingen, zeigt die aktuelle Verunsicherung der Menschen verbunden mit gestiegenen Lebenshaltungskosten. Die Auswahl, Verfügbarkeit und Transparenz im Onlinehandel werden von den Kunden gerade jetzt geschätzt und die Zufriedenheit mit dem Kauf im Netz ist so hoch wie nie. Verbessern sich Rahmenbedingungen und Konsumstimmung, wird der E-Commerce daher weiter überdurchschnittlich wachsen“, ist sich Gero Furchheim, Präsident des BEVH, sicher.

Bei differenzierter Betrachtung zeige sich, so der Verband, dass die Umsatzentwicklung je nach Warengruppen und Versendertypen auseinanderläuft. Ein absolutes Wachstum von teils mehr als 100 Millionen Euro konnten Warengruppen erzielen, die einen akuten, nicht einfach aufschiebbaren Bedarf decken, wie z.B. Haushaltsgroßgeräte oder Spielwaren. Hingegen sparten die Verbraucher an typischen Impulskäufen.

Versendertyp: Starker Rückgang bei Multichannel-Händlern

Sehr unterschiedlich entwickelten sich auch die Umsätze nach Versendertyp. Zwar waren laut der Mitteilung sämtlich Versendertypen von Rückgängen betroffen. Am deutlichsten spürbar war die Kaufzurückhaltung aber bei den Multichannel-Händlern, deren Online-Verkäufe sich zum Teil wieder ins eigene stationäre Geschäft verlagern. Deutlich besser als der Markt, aber dennoch rückläufig, waren die Umsätze bei den Online-Pure-Playern und insbesondere bei den Herstellern (Direktvermarktern). Sie konnten in zwei Corona-Jahren und einem Krisenjahr durch den Ukraine-Krieg ihren Anteil am E-Commerce am spürbarsten ausbauen.

„Dass wir es mit einer besonderen, konjunkturellen Entwicklung zu tun haben, sehen wir an einer unverändert hohen Zahl aktiver Kunden, die aber seltener und für geringere Summen kaufen“, wird Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim BEVH in der Mitteilung zitiert. Rund drei von vier Kunden (76 Prozent), und damit mehr als je zuvor, haben 2022 regelmäßig innerhalb eines Monats online bestellt. Der Anteil hochfrequenter Besteller (Einkauf mehrmals innerhalb der jeweils vergangenen 7 Tage) sank hingegen leicht auf 42,5 Prozent (2021: 43,6 Prozent).

zuletzt editiert am 26. Januar 2023
Newsletter