Der Online-Handel bleibt zu Jahresbeginn volatil. Das geht aus den Zahlen für das erste Quartal 2023 hervor, die der BEVH veröffentlicht hat. Demnach sanken die Online-Umsätze mit Waren (inkl. Mehrwertsteuer, nicht preisbereinigt) von Januar bis Ende März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,0 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro (Q1/2022: 22,8 Milliarden Euro). Das Segment DIY und Blumen verzeichnete ein Minus von 16,1 Prozent.
Im Vergleich der großen Online-Cluster verlor der Modehandel inkl. Schuhen (-20,8 Prozent) erneut am meisten, Waren des tägliche Bedarfs (-3,0 Prozent) hingegen am wenigsten Umsätze. Das Cluster Freizeit, zu dem die Warengruppe DIY und Blumen gehört, machte eine Minus von 14,5 Prozent. Der Blick in die einzelne Warensegmente zeigt, dass unter allen 20 Warensegmenten der Online-Lebensmittelhandel (+3,7 Prozent) die einzige Bestellkategorie bleibt, in der sich die Umsätze stabil halten.
Ihren Erholungskurs fortführen konnten hingegen die Umsätze mit digitalen Dienstleistungen (z. B. Ticketing und Urlaubsbuchungen), die mit einem Plus von 28,2 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu Buche schlugen (Q1/2022: 1,85 Milliarden Euro).
Versendertypen: Multichannel-Händler verlieren stark
Sämtliche Versendertypen mussten laut BEVH im ersten Quartal Umsatzrückgänge verzeichnen. Wie bereits im Vorjahr litt das Online-Geschäft der Multichannel-Anbieter am meisten (-23,2 Prozent), gefolgt von Online-Händlern mit digitaler DNA (-19,1 Prozent). Am geringsten war der Umsatzeinbruch auf Marktplätzen (-10,6 Prozent) und bei Herstellern mit eigenem Online-Direktvertrieb (-9,4 Prozent).
„Die Liste politischer Unsicherheiten bleibt nicht nur lang, es werden zunehmend weitere geschaffen. Der Onlinehandel wird sich daher auch in diesem Jahr weiter konsolidieren. Nicht dringend benötigte Einkäufe etwa von Mode, Schmuck und Unterhaltungsartikeln werden von den Menschen zurückgestellt. Besser sieht es in Sortimenten aus, die der täglichen Versorgung oder dem häuslichen Alltag dienen“, erklärt Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Geschäftsführer beim BEVH.
Wenig optimistische Ausblicke
Politische Risikofaktoren spiegeln sich auch im ersten BEVH-Branchenbarometer des Jahres unter Mitgliedern des Verbands wieder – hier ein kurzer Auszug: Danach gefragt, wie die Händler ihre wirtschaftliche Lage beschreiben, ist die häufigste Antwort (45,6 Prozent), dass politische Vorgaben sie aktuell überforderten. 38,6 Prozent geben an, dass die Politik die Konsumstimmung stärker belaste, als die ohnehin schlechte Wirtschaftslage. Beinahe die Hälfte der Onlinehändler (47,4 Prozent) glaubt deshalb auch nicht, in 2023 die Umsatzergebnisse aus dem vergangenen Jahr erreichen können. Immerhin 24,6 Prozent der Mitglieder glaubt daran, die Krise in diesem Jahr überwinden zu können und blickt optimistisch in den Rest des Jahres.
