In der Konsumkrise schieben Kunden nicht-essentielle Einkäufe sowie größere Kostenposten auf. (Quelle: Payback)

Handel 2022-10-06T19:38:15.188Z E-Commerce: Segment DIY und Blumen verbucht kräftiges Minus

Die Gesamtumsätze im E-Commerce mit Waren sind nach Angaben des BEVH von Anfang Juli bis Ende September zum Vorjahreszeitraum nominal, d.h. nicht inflationsbereinigt, weiter um 10,8 Prozent auf 19,8 Mrd. Euro (butto) gesunken. Ein Rückfall auf das Niveau vor der Pandemie sei dennoch nicht erkennbar, teilt der ´Verband mit. Besonders stark zurück ging der Umsatz im Segment DIY und Blumen..

In der Konsumkrise gewichten die Kunden ihren Konsum neu und schieben nicht-essentielle Einkäufe sowie größere Kostenposten auf: Im Vergleich am stärksten getroffen hat es das Segment „DIY & Blumen“ mit einem Umsatzrückgang von 26,3 Prozent. Von Juli bis September wurden in diesem Segment 648 Millionen Euro umgesetzt, ein Jahr zuvor lag der Umsatz noch bei 878 Millionen. Euro.

„Der E-Commerce kann sich nicht von der Konsumstimmung abkoppeln. Sogar in Warengruppen, die noch ein leichtes Plus ausweisen, resultiert dies bestenfalls aus der allgemeinen Preissteigerung. Allerdings ist dies kein strukturelles Problem des Vertriebswegs „Internet“. Die Branche ist im 3. Quartal trotz der gegenwärtigen Krise des gesamten Handels gegenüber dem letzten Vor-Corona-Jahr 2019 noch immer 16 Prozent im Plus”, erklärt Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BEVH.

Quartalszahlen, Übersicht, Segmente
Die Übersicht der einzelnen Segmente. (Quelle: BEVH)

Direkt nach ihren Ausgabenerwartungen gefragt, gaben im 3. Quartal im Durchschnitt 30,1 Prozent der Kunden an, im Vergleich zum jeweiligen Vormonat „weniger Geld für Waren im Onlinehandel ausgeben zu wollen“. Im 2. Quartal 2022 waren es noch 26,6 Prozent, im 1. Quartal 2022 nur 18,4 Prozent der Kunden.

Die schlechte Konsumlaune drückt nach Angaben des BEVH sehr unterschiedlich auf die Umsätze der Händler. Mit einem Umsatzrückgang von 21,5 Prozent zum Vorjahresquartal trifft es abermals die Multichannel-Händler am stärksten. Deutlich geringer fällt das Minus bei Online-Markplätzen (- 9,2 Prozent) und Online-Pureplayern (- 9,1 Prozent) aus. Am stabilsten konnte sich der digitale Direktvertrieb der Hersteller halten (- 2,5 Prozent). Für besonders strahlkräftige Marken könnte sich in der Konsumkrise auszahlen, dass sie eine direkte und engere Bindung mit ihren Kunden unterhalten.

zuletzt editiert am 06. Oktober 2022