Nach der Zurückhaltung im 1. Quartal haben die Verbraucher im 2. Quartal 2020 wieder deutlich mehr online bestellt, teilt der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) mit. Somit ist der Umsatz im 1. Halbjahr des Jahres insgesamt wieder zu gewohntem Wachstum zurückgekehrt.
Zu den Startfunktionalitäten zählt laut Mitteilung eine Online-Bestellmöglichkeit, die gezielt für bestehende Partner des Unternehmens eingerichtet wurde. Entsprechend werde diese Option ausschließlich für diese Zielgruppe freigeschaltet. Weitere Vorteile seien unter anderem auf den jeweiligen Nutzer zugeschnittene Verkaufsunterstützung, wie Marketingunterlagen, die Handelspartner beispielsweise on- und offline für ihre Kommunikation verwenden können sowie ein eigener Konto- und Downloadbereich zur Verwaltung und Einsicht der gespeicherten Daten, heißt es.
Zwischen April und Juni 2020 gaben die Verbraucher im Online-Handel rund 20,22 Milliarden Euro inkl. USt (2. Q. 2019: 17,36 Milliarden Euro inkl. USt) aus. Im gesamten ersten Halbjahr summierten sich die Erlöse auf 36,71 Milliarden Euro inkl. USt und lagen damit 9,2 Prozent über dem Vorjahr (33,61 Milliarden Euro inkl. USt).
Von den höheren Umsätzen im Internet haben insbesondere die Pure Player mit einem Wachstum von 13,3 Prozent im 1. Halbjahr und 20,8 Prozent allein im zweiten Quartal 2020 profitiert. Die Umsätze auf Online-Marktplätzen wuchsen im gleichen Zeitraum um 19,1 Prozent (Quartal) bzw. 12,1 Prozent (Halbjahr).
Die Onlineumsätze der stationären Händler konnten demgegenüber im zweiten Quartal mit 4,7 Prozent nur unterdurchschnittlich am Wachstum partizipieren; auf das Halbjahr bezogen verloren sie sogar 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Auch wenn diese Zahlen ernüchtern, haben viele stationäre Händler in der Krise erstmals konsequent mit dem Onlinehandel begonnen. Dadurch wachsen die Chancen, dass Multichannel-Anbieter künftig wieder Boden gut machen“, so bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.
Warengruppen-Cluster „Freizeit“
Das 2. Quartal bescherte der Kategorie „DIY und Blumen“ einen Online-Umsatz von 862 Millionen Euro inkl. USt (2. Q. 2019: 720 Millionen Euro inkl. USt) und damit einen Anstieg um 19,7 Prozent. Der gesamte Online-Umsatz des Warengruppen-Clusters "Freizeit", zu dem auch Spielwaren, Auto/Motorrad/Zubehör und Hobby- und Freizeitartikel gehören, stieg im 2. Quartal 2020 auf 2,59 Milliarden Euro inkl. USt (2. Q. 2019: 2,21 Milliarden Euro inkl. USt) und damit um 17,1 Prozent.
Online künftig wohl noch stärker gefragt
„E-Commerce hat sich im zweiten Quartal nachhaltig als zusätzliche Versorgungs-Infrastruktur etabliert“, so bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer. „Das zeigt sich nicht nur an den absoluten Zahlen, sondern auch am erklärten Willen der Konsumenten, auch künftig mindestens so viele, wenn nicht mehr Güter des täglichen Bedarfs und Medikamente online zu kaufen.“
In einer Zusatzbefragung unter ca. 2500 Konsumenten gab gut jeder Zweite der Befragten (53,6 Prozent) an, dass er aufgrund der Erfahrungen in der Corona-Krise künftig mehr online bestellen werde. Konkret nach Warengruppen gefragt, gaben 21,6 Prozent der Befragten an, mehr Lebensmittel online bestellen zu wollen; nur 11,6 Prozent gaben an, ihre Online-Ausgaben hier reduzieren zu wollen. Auch im Hinblick auf Medikamente, Drogerieprodukte und Tierbedarf äußerten deutlich mehr Befragte die Absicht, ihre Online-Einkäufe künftig zu steigern als sie zu verringern. Abseits der Waren des täglichen Bedarfs wollen die Konsumenten hauptsächlich bei Bekleidung und gedruckten oder elektronischen Büchern künftig eher mehr Geld im Internet ausgeben als weniger.
