PSD2_EU-Zahlungsdiensterichtlinie
Derzeit besteht noch eine hohe Skepsis gegenüber der PSD2 bei Händlern. (Quelle: Pixabay)

Handel 2020-05-26T00:00:00Z ECC-Studie: Handel skeptisch gegenüber PSD2

Bei der neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie gibt es auf Seiten der Händler noch viel Unsicherheit, wie eine Studie des ECC Köln zeigt. Auferlegte Anpassungen werden oft hinausgezögert. Kunden sind zudem kaum informiert.

Seit dem 14. September 2019 ist die neue EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) vollständig in Kraft, die durch eine verbesserte Kundenauthentifizierung für mehr Sicherheit beim Bezahlen im Internet sorgen soll. Darüber hinaus ermöglicht PSD2 dritten Parteien den Zugang zu Kunden- und Transaktionsdaten, mit dem Ziel, den Wettbewerb in der Finanzdienstleistungsbranche anzukurbeln.

Wie eine Neuauflage der Payment-Studie des ECC Köln zeigt, steht der deutsche Handel der EU-Zahlungsdiensterichtlinie allerdings eher skeptisch gegenüber: Mehr als drei Viertel der befragten Händler sehen mit der Einführung der PSD2 mehr Nachteile für das eigene Unternehmen als Vorteile.

Angst vor Kaufabbrüchen

Weiterhin kommt die Studie zum Ergebnis, dass zum Zeitpunkt der Umfrage im November 2019 die Hälfte der Händler noch gar keine PSD2-Anpassung vorgenommen hatten. Gründe hierfür waren bei 34 Prozent die Komplexität der technischen Anpassung und die Angst vor mehr Kaufabbrüchen (33 Prozent). Diese Sorgen scheinen nach Einschätzung des ECC nicht unberechtigt, denn Onlinehändler verzeichnen laut Studie eine erhöhte Komplexität des Zahlungsvorgangs für die Kunden (44 Prozent) sowie ein erhöhtes Serviceaufkommen (43 Prozent).

„Man mutet mit der PSD2 dem Kunden mehr zu und entlastet sogar eher die Händler und die Banken. Diese sind aber gar nicht unbedingt so glücklich darüber, weil der Rückgang an Conversion und Convenience mehr kaputt macht als zuvor durch Sicherheitsprobleme an Schaden entstanden ist“, kommentiert Dr. Thomas Krabichler, Senior Manager Treasury, MediaMarktSaturn Retail Group.

Kunden kaum im Bilde

Wie die Studie darüber hinaus verdeutlicht, ist die PSD2-Thematik auf Käuferseite kaum präsent: Weniger als die Hälfte der Befragten haben schon von der EU-Zahlungsdiensterichtlinie gehört und jeder Dritte befürchtet, dass die Verordnung das bargeldlose Bezahlen komplizierter machen wird. Eine Lösung erhoffen sich viele mittels neuer biometrischer Verfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung und sprechen diesen eine hohe Relevanz für die Zukunft zu. Während 11 Prozent der Konsumenten angeben, in Folge der PSD2 weniger online einzukaufen, glauben 7 Prozent künftig sogar mehr online einzukaufen. Darüber hinaus schließen Konsumenten eine Freigabe von Kontoinformationen für Drittanbieter nicht aus, am ehesten bei einer Auto- oder Immobilienfinanzierung. Zudem werden große Internetkonzerne wie Amazon oder Google als potenzielle Anbieter von Finanzdienstleistungen akzeptiert.

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Ergebnisse der neuen ECC-Payment-Studie. (Quelle: ECC Köln)
zuletzt editiert am 25. Juni 2021
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