Selbstbedienungskassen in einem Supermarkt.
Die Kassenlandschaft im Einzelhandel steht vor einem Wandel. (Quelle: RM Rudolf Müller Medien)

Handel 2026-02-24T08:02:52.886Z EHI-Studie: Checkout im Wandel

Die Kassenlandschaft im Einzelhandel steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Von klassischen physischen Terminals hin zu vernetzten Plattformen. Um den Anforderungen des modernen Handels gerecht zu werden, investieren Unternehmen vermehrt in innovative Checkout-Technologien. Laut der aktuellen EHI-Studie „Checkout-Trends 2026“, die auf der Fachmesse EuroShop in Düsseldorf präsentiert wurde, zählen Künstliche Intelligenz, Self-Checkout-Systeme und mobile Kassenlösungen zu den zentralen Strategien für zukünftige Effizienz und Flexibilität im Einzelhandel.

„Der Checkout entwickelt sich zu einer intelligenten, vernetzten Plattform, die Effizienz, Flexibilität und Innovationskraft vereint. Händler positionieren sich bereits jetzt für die Ära des vernetzten Handels“, erklärt Studienautor Cetin Acar.

Weniger Kassen, mehr KI und Self-Service

Der seit Jahren zu beobachtende Rückgang bei der Anzahl der Kassensysteme und Betriebe im Handel* setzt sich weiter fort. Aktuell sind 904.300 Kassen (2024: 931.000) in 473.700 Betrieben (2024: 498.200) im Einsatz. Grund dafür sind Schließungen von Geschäften aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund der starken Konkurrenz durch den Onlinehandel. Dadurch sinkt die Gesamtzahl der stationären Touchpoints. Auch Self-Checkout-Kassen halten diesen Trend nicht auf.

Für die Befragten rücken drei Anforderungen beim Kassenprozess besonders in den Vordergrund: 60 Prozent (2024: 33 Prozent) sehen den größten Handlungsbedarf bei der Unterstützung durch KI, beispielsweise um den Checkout zu optimieren. An zweiter Stelle nennen die Händler Self-Service-Lösungen (56 Prozent). Diese können Wartezeiten reduzieren und Personaleinsätze flexibler gestalten. Ebenfalls oben auf der Liste stehen mobile Geräte mit Kassenfunktion (48 Prozent). Sie ermöglichen es, den Checkout in den Verkaufsraum zu verlagern.

Investitionen in Kassentechnologien

Der Modernisierungsdruck auf die Filialsysteme wächst spürbar. Das durchschnittliche Alter der Kassenhardware beträgt derzeit 5,9 Jahre und liegt damit über dem Wert von 5,5 Jahren aus der Studie von 2024. Die Investitionsbereitschaft wird dabei durch wirtschaftlich schwierige Rahmenbedingungen wie hohe Energiekosten und ein schwaches Konsumklima gedämpft. Händler entscheiden sich eher für einen gezielten Austausch einzelner Komponenten wie Scanner, Drucker oder Displays. So streben nur 22 Prozent einen vollständigen Systemaustausch an. Dennoch planen 88 Prozent der Befragten eine Veränderung der Kassenhardware in den kommenden zwei Jahren.

Ähnlich verhält es sich mit der Software: Mit einem Durchschnittsalter von 6,9 Jahren (2024: 6,4 Jahre) ist sie reif für Erneuerungen. Die Änderungsbereitschaft bleibt hoch: Rund die Hälfte der Befragten plant einen Wechsel der Kassensoftware. Dabei rücken maßgeschneiderte Individuallösungen zunehmend in den Fokus. Schließlich ermöglichen sie eine nahtlose Integration in die bestehende Systemlandschaft sowie eine schnelle Einführung neuer Funktionen wie kontaktlose Zahlungen oder Loyalty-Programme.

zuletzt editiert am 24. Februar 2026