Energiekosten, Handel
Der Handel leidet unter den gestiegenen Energiekosten. (Quelle: Pixabay)

Handel

22. November 2022 | Teilen auf:

EHI-Studie: Steigende Energiekosten belasten den Handel

Der Handel hat mit steigenden Energiekosten zu kämpfen. Erste Händler verkürzen die Öffnungszeiten, reduzieren die Beleuchtung oder heizen weniger, um Energie zu sparen. Für das laufende Jahr steht dem Handel eine erhebliche Mehrbelastung an gestiegenen Energiepreisen bevor und seine ohnehin geringen Renditen sinken weiter. Dies zeigt die EHI-Studie zu Energieverbrauchszahlen im Handel.

„Energieeffizienz und Investitionen in erneuerbare Energien werden auch für den Handel immer drängender und eine ganzheitliche Betrachtung gewinnt an strategischer Relevanz“, so Cathrin Klitzsch, Projektleiterin im EHI-Forschungsbereich Klima + Energie zur EHI-Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2022“, die heute auf dem EHI-Klima- und Energiekongress in Köln vorgestellt wird. Die Studie zeigt zentrale Energieverbrauchszahlen für den Food- und Nonfood-Handel aus dem Verbrauchsjahr 2021.

Insgesamt ist laut der Studie sowohl im Food- als auch im Nonfood-Sektor eine erneute Senkung des durchschnittlichen Stromverbrauchs zu beobachten. Im Verbrauchsjahr 2021 hat der Food-Bereich 308 kWh pro Quadratmeter Verkaufsfläche an Strom verbraucht (2020: 314 kWh). Im Nonfood-Bereich, der in den ersten Monaten des Jahres 2021 noch corona-bedingt geschlossen war, liegt der Stromverbrauch bei 91 kWh pro Quadratmeter Verkaufsfläche (2020: 95 kWh).

Im Food-Bereich verbraucht die Kühlung der Waren mit 46 Prozent den meisten Strom. 21 Prozent entfallen auf die Beleuchtung, 13 Prozent auf Klimatisierung und Lüftung. Unter „Sonstiges“ sind unter anderem Türen, Kassensysteme, Waagen und Fahrtreppen zusammengefasst, die zusammen 20 Prozent ausmachen. Im Nonfood-Bereich macht die Beleuchtung den größten Anteil aus (46 Prozent). Dahinter folgt die Klimatisierung (36 Prozent) und der sonstige Stromverbrauch (18 Prozent).

Handel ist abhängig vom Gas

Wie die Studie zeigt sind auch die Energieverbräuche für Wärme sowohl im Nonfood- als auch im Food-Handel zurückgegangen. Im Nonfood-Bereich liegt der Verbrauch nun bei 48 kWh pro Quadratmeter Verkaufsfläche und im Food-Bereich bei 84 kWh. Gas ist dabei der meist-genutzte Energieträger und heizt im Lebensmittelhandel, der auf Abwärme aus Anlagentechnik zurückgreifen kann, 45 Prozent der Verkaufsfläche. Der Nonfood-Handel deckt 68 Prozent seines Wärmebedarfs für das Heizen seiner Flächen mit Gas.

Für das teure Gas gibt es kaum kurzfristigen Ersatz, so das Ergebnis der Studie: Demnach geben 35 Prozent der Händler an, dass sie ihren Gasbedarf kurzfristig durch keine andere Beheizungsform substituieren können. Weitere 35 Prozent schätzen den Gasbedarf, den sie schnell anderweitig ersetzen können, auf ein bis 20 Prozent. Dagegen können 29 Prozent bis zur Hälfte ihres Bedarfs kurzfristig durch alternative Beheizungsformen ersetzen.

zuletzt editiert am 22.11.2022