Das Petite Fleur ist Kölns erstes Blumencafé. Beim Markt in Grün Barcamp am 13. März 2020 erzählen die Inhaber Sara Gharibi und Nico Venjacob, weshalb die Kombi aus Pflanze und Kaffee so gut funktioniert. Markt in Grün hat sich im Vorfeld schon mal im Petite Fleurs umgesehen - und leckeren Cappuccino getrunken.
In der grünen Branche trifft man ja eher selten auf Quereinsteiger. Denn für den Großteil der Tätigkeiten braucht man entsprechende Fachkenntnisse. Die Jungunternehmer Sara Gharibi und Nico Venjacob beweisen jedoch, dass man sich auch als Branchenfremde in selbige einfinden kann – sofern man mit Herzblut und Spaß an der Sache dabei ist. Dann verzeihen die Kunden auch die ein oder andere Wissenslücke oder Anfangsschwierigkeit. Nach rund eineinhalb Jahren hat sich ihr Blumencafé Petite Fleur in Köln-Bilderstöckchen im Veedel, wie man in der Domstadt zu Viertel sagt, etabliert – und ist auch darüber hinaus bekannt. Der Standort, der etwas außerhalb des großstädtischen Treibens liegt, ist perfekt für ihr Blumencafé, meint Nico Venjacob: „Das hat uns die Gelegenheit gegeben, uns langsam einen Kundenstamm aufzubauen. In den hippen Stadtteilen wären wir vermutlich überrannt worden. Hier konnten wir organisch wachsen und die Herausforderung als Quereinsteiger stemmen.“ Das Pflanzenwissen haben sie sich nach und nach angeeignet. Werden sie etwas gefragt, was sie nicht wissen, sind sie ehrlich. „Wir bieten dann einfach an, es gemeinsam zu googeln“, erzählt Sara Gharibi. „Das schafft eine Vertrauensbasis und kommt gut bei den Kundinnen und Kunden an.“
Treffpunkt für Jung und Alt
Für Bilderstöckchen ist das Petite Fleurs eine echte Bereicherung. Denn hier findet gerade ein Generationswechsel statt. Immer mehr junge Familie ziehen in die Gegend. „Es gab in der näheren Umgebung zuvor weder einen schönen Blumenladen noch ein nettes Café“, berichtet Venjacob. „Viele freuen sich, dass hier langsam etwas passiert. Vor allem die Nachbarn haben sich am Anfang richtig ins Zeug gelegt. Einige kamen täglich, um uns zu unterstützen.“ Doch der Laden zieht nicht nur junges Publikum an. Unter den Kunden sind auch ältere Menschen. „Die erfreuen sich insbesondere an den traditionellen, regionalen Sorten, die hier verkauft werden. Viele sagen, dass sie das an ihre Kindheit erinnere“, so Venjacob weiter. Darüber hinaus verkauft das Petite Fleur aber auch exotische Pflanzen. Die werden dann als „Freaky Flower“ auf dem Instagram-Account vorgestellt. So versuchen die beiden Inhaber, ihren Kunden ausgefallene Sorten näher zu bringen. „Kürzlich haben wir etwas zum Krätzkraut geschrieben. Der Name erzeugt ja auch schon Aufmerksamkeit. Das kam gut an.“
Alles individuell
Die Zimmerpflanzen – wie auch den Rest des Sortiments – suchen Nico Venjacob und Sara Gharibi selbst aus. Dabei gehen sie nicht wahllos vor, sondern stellen immer wieder neue Kollektionen zusammen, etwa zum Thema Südamerika. Was das Petite Fleurs neben dem Cafébereich auch noch von vielen anderen Blumengeschäften unterscheidet: Hier werden keine fertigen Sträuße verkauft. Die Kunden stellen sich diese individuell zusammen. „Dadurch entstehen auch mal ganz ausgefallene Kombinationen“, berichtet Sara Gharibi. Einzige Ausnahme sind die Mini-Blumensträuße, die aus abgebrochenen Blüten gemacht und für einen Euro angeboten werden.
Ihr Markenzeichen ist die Jute-Manschette, die um alle Sträuße gelegt ist. „Das ist noch mal das besondere Etwas und hat einen hohen Wiedererkennungswert". Doch nicht nur das Blumencafé als solches ist mittlerweile bekannt. Auch für die jungen Unternehmer hat sich einiges verändert. „Als wir vor vier Jahren nach Bilderstöckchen zogen, kannten wir niemanden. Jetzt trifft man andauernd jemanden, den man aus dem Laden kennt.“ Kundenbindung bis zur Wurzel, sozusagen.
Petite Fleurs beim Markt in Grün Barcamp
Mehr über das Konzept ihres Blumencafés erzählen Nico Venjacob und Sara Gharibi beim Markt in Grün Barcamp am Freitag, den 13. März 2020 in den Räumen der RM-Handelsmedien . Die Veranstaltung lädt jeden aus der grünen Branche ein, der nach neuen Ideen und Inspiration sucht und an einem unkomplizierten Get-Together "per du" teilnehmen möchte. Das Format lebt von dem Input der Session-Leader, die zu einer Diskussion anregen. Neben Sara Gharibi und Nico Venjacob ist das etwa Richard Petri, „Vater“ der Pink Kisses und RiPlant-Gründer, der das Thema "Nachhaltigkeit: Etikettenschwindel oder Wirklichkeit?“ mitbringt. Social-Media-Profi Gerrit Eicker geht in seiner Session wiederum der Frage nach, wie man Kurzvideos auf YouTube einsetzen kann . Weitere Topics sind unter anderem das Marketing mit Messengerdiensten , präsentiert von Digitalisierungsberater Michael Elbs, oder die moderne Kundenansprache , die Handelsexperte Kay Harney in seiner Session thematisiert. Wie sich starke Online- und Offline-Themen verknüpfen lassen , zeigt wiederum Marken-, Strategie- und Kommunikationsexperte Rupert Fey.
Petite Fleur
