Gut ein Jahr ist es her, dass der Knauber Innovation Store in Pulheim eröffnet hat. Zeit für ein erstes Zwischenfazit.
Von Boris Hedde, Geschäftsführer IFH Köln
Mit dem Knauber Innovation Store haben sich insgesamt 17 Netzwerkpartner gemeinschaftlich aus Handel, Industrie, Dienstleistung und Wissenschaft zusammengeschlossen, um ein stationäres Ladengeschäft zu schaffen, in dem der Kunde neu in den Mittelpunkt gestellt wird. Innovative Handelskonzepte und neue Produktinnovationen werden auf der Fläche des Knauber Freizeit Marktes in Pulheim getestet, um herauszufinden, was für Kunden echte Mehrwerte liefert und was nicht. Es profitieren Kunden und die beteiligten Kooperationspartner von einem neu geschaffenen Erlebnisort. Wichtig war von Anfang an, dass die Partner des Netzwerks alle Stufen der Wertschöpfungskette repräsentieren. Damit wird sichergestellt, dass Kompetenz ganzheitlich in das Projekt einfließt und Ergebnisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln beurteilt werden. Als IFH Köln sind wir Teil der Innovation Store Familie und betreuen das Projekt koordinativ und mit Analytik, so dass unsere Begeisterung bei dem Projekt eine gänzlich neutrale Sicht auf die Dinge naturgemäß erschwert.
Kooperation neu denken

Am Anfang stand die Idee einer gleichberechtigten Kooperation zwischen Handel, Industrie und Wissenschaft. Immer im Blick: Der Kunde. Wie kann man gemeinsam den Kunden der Zukunft mit Blick auf die Digitalisierung stationär, online und durch Kanalverknüpfung besser erreichen? Und wie können Kunden im stationären Handel Mehrwerte geboten werden – gerade in der Mitnahme- und SB-geprägten DIY-Branche sicherlich eine besondere Herausforderung?
Bis heute kommt ein grundsätzlich positives Feedback aus der Branche. Auch über die Eröffnung und erste Reaktionen hinweg hat der Innovation Store Aufmerksamkeit erregt, die auch auf internationales Interesse stößt. Die Projektpartner durften sich über den Innovationspreis 2014 des BHB freuen und das Projekt auf dem Brico Day 2015 in Mailand vorstellen, wo der Ansatz im europäischen Vergleich als deutsches Beispiel für Innovation diskutiert wurde. Zudem durfte sich das Konzept in Pulheim im ersten Jahr nicht nur über branchenfremde Besucher sondern auch solchen aus Übersee erfreuen.
Kundengetrieben muss es sein

Im Verlauf des ersten von insgesamt drei Projektjahren konnten bereits viele relevante Einsichten gewonnen werden. In zahlreichen Workshops und Abstimmungen lebt das Projekt auch jenseits der Einzelhandelsfläche vom intensiven Austausch innerhalb der Netzwerkpartner sowie vom tiefgehenden Dialog mit echten Kunden.
Es wurde deutlich, dass rein technologiegetriebene Neuerungen sich ohne Kundenakzeptanz und konkreten Bedürfnissen nicht ohne weiteres durchsetzen lassen.
Kunden als Impulsgeber zu erwarten, wäre sprichwörtlich „wie das Pferd von hinten aufzuzäumen“ – der Impuls muss vielmehr von Seiten des Handels kommen.
Zudem zeigte sich, dass Hersteller heute in unterschiedlichem Maße auf Endkundenbedürfnisse eingestellt sind. Gerade in der von allen Stufen gemeinsam anzustrebenden Kundenzentrierung liegt der Schlüssel für ein erfolgreiches Vermarktungskonzept – nicht nur am stationären POS.
Fakt ist, der Weg ist der richtige. Nun gilt es, den Weg aus Kundenperspektive konsequent fortzusetzen und mit effizienten Maßnahmenpaketen zu unterstützen.
Noch in diesem Jahr starten wir in eine neue Runde: Ende November stellen wir neue Themen und Projekte vor. Dabei dürfen wir gespannt sein, welche neuen Erkenntnisse helfen werden, die Idee und das Konzept über das Unternehmen Knauber hinaus auch in der DIY-Branche verankern zu können.
Über den Autor

Boris Hedde ist seit Ende 2009 Geschäftsführer des IFH Köln. Als Brancheninsider liefert das IFH Köln Information, Research und Consulting zu handelsrelevanten Fragestellungen im digitalen Zeitalter. Seit 1929 ist das IFH Köln erster Ansprechpartner für unabhängige, fundierte Daten, Analysen und Konzepte, die Unternehmen erfolgreich und zukunftsfähig machen.
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