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Viele stationäre Händler entdecken den E-Commerce. (Quelle: Pixabay)

Handel 2021-03-01T00:00:00Z Einzelhändler bauen digitale Vertriebswege aus

Kleine und mittelständische Händler setzen während Corona-Krise und Lockdown verstärkt auf digitale Vertriebswege. Laut einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter 1300 Händlern sind mittlerweile 84 Prozent der Unternehmen digital aktiv.

„Viele stationäre Handelsunternehmen haben in der Corona-Krise den Wert alternativer Vertriebskanäle erkannt. In der aktuellen Situation ist das für die vom Lockdown betroffenen Händler die einzige Möglichkeit, ihre Kunden zu erreichen und zumindest noch ein wenig Umsatz zu erzielen“, sagt der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.

Die aktuelle Verbandsumfrage zeigt, dass insbesondere Händler mit Jahresumsätzen zwischen 2 und 5 Millionen Euro seit Beginn der Pandemie digitale Vertriebswege auf- und ausgebaut haben. Für knapp 40 Prozent der Befragten war die Krise der entscheidende Anstoß, um auf anderen Kanälen als im stationären Geschäft aktiv zu werden. 46 Prozent der Händler waren bereits vor der Pandemie auf digitalen Vertriebswegen wie Onlinemarktplätzen, mit Lieferservices, per Click & Collect oder über Social Media für ihre Kunden da.

HDE plädiert für fairen Wettbewerb

Insgesamt nutzt der Umfrage zufolge mehr als ein Drittel der Einzelhändler den Verkauf über Onlinemarktplätze, 37 Prozent betreiben einen eigenen Onlineshop und mehr als 60 Prozent nutzen die sozialen Medien für ihr Geschäft. „Diese Ergebnisse zeigen, dass sich die Vertriebskanäle im Handel zunehmend weiter miteinander verzahnen. Die strikte Trennung zwischen stationärem Handel und Online-Handel entspricht nicht mehr der Realität“, sagt Tromp.

Es sei wichtig, dass diese Entwicklung auch bei politischen Vorschlägen ausreichend Berücksichtigung finde: „Wer jetzt neue Belastungen und Vorgaben für den Onlinehandel einführen möchte, trifft auch einen großen Teil des Innenstadthandels, der sich gerade neue Vertriebsmodelle aufgebaut hat. Insofern sind Vorschläge für eine Paketsteuer oder für eine Spezialsteuer für den Onlinehandel nicht zielführend.“ Es müsse um einen fairen Wettbewerb gehen. Dafür brauche es keine neuen Regeln, sondern die Durchsetzung der bestehenden Gesetze auch im internationalen Online-Handel, so Tromp. „Wer hierzulande verkauft, muss sich an die hiesigen Regeln halten.“

zuletzt editiert am 24. Juni 2021
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