Deutschland als einer der größten Einzelhandelsmärkte Europas liegt bei der Einzelhandelskaufkraft pro Kopf unter dem europäischen Durchschnitt. Spitzenreiter ist Luxemburg. Das zeigt die neue Studie „NIQ Einzelhandelskaufkraft Europa“.
Demnach beträgt die durchschnittliche Einzelhandelskaufkraft in Europa 6.714 Euro pro Einwohner, während Deutschland mit 6.226 Euro pro Kopf leicht darunter liegt. Insgesamt zeigt die Studie erhebliche Unterschiede zwischen den 25 untersuchten europäischen Ländern – sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene.
In den 25 von der Studie erfassten europäischen Ländern stehen den Verbrauchern insgesamt rund 3,5 Billionen Euro für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung. Spitzenreiter ist Luxemburg mit 12.518 Euro pro Kopf und damit mehr als 86 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Schweiz mit 12.080 Euro und Dänemark mit 9.452 Euro pro Einwohner. Mit 6.226 Euro liegt Deutschland rund 7 Prozent unter dem Durchschnitt.
Filip Vojtech, Einzelhandelsexperte im Bereich Geomarketing von NIQ, erklärt: „Nord- und westeuropäische Länder dominieren die oberen Plätze des Rankings. Gleichzeitig liegen einige der volumenstärksten Einzelhandelsmärkte Europas beim Pro-Kopf-Wert unter dem europäischen Durchschnitt. So haben Deutschland, Spanien und Italien trotz ihrer hohen Gesamtmarktvolumina alle eine unterdurchschnittliche Einzelhandelskaufkraft. Das zeigt, dass Marktgröße und individuelle Kaufkraft häufig auseinanderfallen. Zugleich unterscheiden sich die regionalen Ausgabenstrukturen und Konzentrationsgrade zwischen den Ländern deutlich, wobei große Metropolregionen einen überproportional hohen Anteil der Einzelhandelskaufkraft auf sich vereinen. Für Händler ist es daher wichtig, regionale Dynamiken zu berücksichtigen.“
