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Die Änderung der Förderbedingungen für energetische Sanierungen wird dazu führen, das immer weniger saniert wird, befürchtet der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. (Quelle: Anke Thomass - stock.adobe.com)

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29. July 2022 | Teilen auf:

Energetische Sanierung: Änderung der Förderbedingungen kritisiert

Die jetzt vom Bundeswirtschaftsministerium angekündigte Änderung der Förderbedingungen im Bereich der energetischen Sanierung wird Sanierungsvorhaben stoppen statt sie zu fördern, kritisiert der Zentralverband Deutsches Baugewerbe.

„Der verkündete Stopp der Förderung von EH-100-Sanierungen und die Anpassung der Fördersätze nach unten ist genau das Gegenteil von dem, was eigentlich notwendig wäre: Eigentümer und Eigentümerinnen bräuchten eine höhere Förderung anstelle einer niedrigeren, wenn man den Umstieg von fossilen auf regenerative Energien ernst meint", sagt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa.

Es sei zwar richtig, angesichts von Energiekrise und Klimawandel auf die Sanierung des Gebäudebestands zu setzen. Auch die bisherige Sanierungsquote von rund einem Prozent sei zu niedrig. "Aber der vom Bundeswirtschaftsministerium eingeschlagene Weg ist falsch", betont Pakleppa. Denn wie sollen sich Eigentümer von Einfamilienhäusern eine energetische Sanierung noch leisten können, wenn die Fördersätze gesenkt werden? Für Felix Pakleppa steht fest: Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen. Das Wirtschaftsministerium tue derzeit alles dafür, diesen Grundsatz zu verletzen.

Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Reform der Gebäudeförderung scharf und bezeichnet sie als "Katastrophe für den Klimaschutz". Die geplanten Änderungen würden die Gebäudesanierung in Zeiten von Inflation und steigenden Baukosten vollständig zum Erliegen bringen, prognostiziert die DUH. Zwar spreche Wirtschaftsminister Robert Habeck von Energiesparen und Energieeffizienz schaffe aber "de facto die Sanierung des Gebäudebestandes ab", kritisiert Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH.

"Die extrem wichtige Zuschussförderung für die energetische Sanierung wird gestrichen, statt zielgenau nachzusteuern", sagt Metz weiter. "Stattdessen soll es nur noch eine Kreditförderung mit deutlich reduzierten Fördersätzen geben und einen komplizierten Mix aus Tilgungszuschüssen und Zinsverbilligungen. Auch der Bonus für den individuellen Sanierungsfahrplan soll wegfallen." Bundesminister Habeck müsse "umgehend nachsteuern", fordert Barbara Metz, "die Zuschussförderung beibehalten und die Fördermittel für die Sanierung auf 25 Milliarden Euro pro Jahr anheben.“

Erst kürzlich, so verweist die DUH, habe man mit einer Studie des Öko-Instituts nachgewiesen, dass die Sanierung der energetisch schlechtesten Häuser besonders hilft, um Menschen mit geringem Einkommen und das Klima zu schützen.

zuletzt editiert am 29.07.2022