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Der Herstellerverband Haus & Garten (HHG) favorisiert eine nationale Lösung zur Entkopplung von Strom- und Gaspreisen. (Quelle: Pixabay)

Industrie

18. October 2022 | Teilen auf:

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Energiekosten senken: HHG fordert mehr Maßnahmen der Regierung

In einem Kommentar äußert sich der Herstellerverband Haus & Garten ((HHG) zu den Vorschlägen der Experten-Kommission „Gas und Wärme“ und fordert von der Bundesregierung schnelle und pragmatische Hilfsmaßnahmen.

Die bisher von der Experten-Kommission gemachten Vorschläge seien gute Ansätze, reichten aber nicht aus, um den Mittelstand zu stärken, so der Tenor des HHG- Kommentars. Weitere kurzfristige Maßnahmen seien notwendig, um den Unternehmen aus der Gas- und Stromkrise zu helfen. Die geplante Einmalzahlung im Dezember ist aus Sicht des Herstellerverbandes für produzierende Unternehmen "nur ein Tropfen auf den heißen Stein". Die erheblichen Mehrkosten seien bereits jetzt entstanden und würden den gesamten Winter anhalten. Es bedarf daher effizienter, pragmatischer und zügiger Hilfe, so der Verband. Die Gaspreisbremse sollte daher sofort greifen und nicht erst ab März 2023.

Nationale Lösung gefordert

Dass die Bundesregierung eine EU-weite Lösung zur Senkung der Strompreise anstrebe, sei gut gemeint. Aber mit Blick auf die Dringlichkeit und langsam mahlende Mühlen in Brüssel sei auch eine nationale Lösung zur Entkopplung von Strom- und Gaspreisen notwendig, so die Position des Herstellerverbandes. Eine einheitliche Linie auf EU-Ebene im Rahmen der für Anfang 2023 angekündigten Reform zum Strommarktdesign würde im Zweifel zu spät greifen, befürchtet der HHG.

Der Geschäftsführer des Herstellerverbandes, Norbert Lindemann, macht deutlich: „Unsere Mitgliedsunternehmen benötigen Planungssicherheit. Etwa im Rahmen der Keramikproduktion machen die Energiekosten ca. 30 Prozent der Gesamtkosten aus. Rund 50 Prozent der Energiekosten entfallen dabei auf die Stromkosten." In anderen Bereichen sei der Anteil noch höher. Für Lindemann sind "schnelle, pragmatische und planungssichere Hilfsmaßnahmen" dringend notwendig, um die Konkurrenzfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern.

zuletzt editiert am 18.10.2022