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Für Industrieabnehmer war Erdgas im Juli 2022 194,7 Prozent teurer als vor einem Jahr. (Quelle: Pixabay)

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24. August 2022 | Teilen auf:

Erzeugerpreise im Juli mit historischem Anstieg

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Juli 2022 um 37,2 Prozent höher als im Juli 2021. Laut dem Statistischen Bundesamt war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949.

Im Juni 2022 hatte die Veränderungsrate bei +32,7 Prozent und im Mai bei +33,6 Prozent gelegen. Im Vormonatsvergleich stiegen die Erzeugerpreise im Juli 2022 um 5,3 Prozent. Das ist ebenfalls der höchste Anstieg gegenüber dem Vormonat seit Beginn der Erhebung.

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie. Die Energiepreise waren im Juli 2022 im Durchschnitt 105,0 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Allein gegenüber Juni 2022 stiegen diese Preise um 14,7 Prozent. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatten Erdgas in der Verteilung mit einem Plus gegenüber Juli 2021 von 163,8 Prozent und elektrischer Strom mit +125,4 Prozent. Zudem stiegen auch die Preise für Vorleistungsgüter (+19,1 Prozent), Investitionsgüter (+8,0 Prozent) sowie Ge- und Verbrauchsgüter (+10,9 Prozent und +16,2 Prozent) deutlich an.

„Auch Baumaterialien bewegen sich auf einem historisch hohen Preisniveau. Baustahl liegt trotz eines Rückgangs zum Vormonat noch immer gut 23 Prozent über Vorjahresniveau. Bitumen hat zum Vormonat ebenfalls nachgelassen (-7 Prozent), ist mit +30 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aber noch immer deutlich teurer“, kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, die aktuellen Zahlen. „Auch hierzulande gewonnene oder produzierte mineralische Baustoffe, die einen hohen Energieeintrag haben, zeigen weiter lineare Entwicklungstendenzen nach oben; so stiegen die Preise für Kies um 1 Prozent und für Vliese (Dämmmaterial) um 5 Prozent. Zement und Ziegel haben ihren Sprung vom Vormonat nicht fortgesetzt und legen ,nur‘ noch zwischen 1 Prozent und 2 Prozent weiter zu“, so Pakleppa weiter. In Kombination mit den zurückgehenden Baugenehmigungen bei Einfamilienhäusern werde die Lage gleichwohl für die Bauunternehmen zunehmend schwieriger. Der Verband sehe da eine beunruhigende Entwicklung, heißt es.

zuletzt editiert am 22.08.2022