Gesellschafterversammlung Eurobaustoff
Die diesjährige Gesellschafterversammlung der Eurobaustoff fand in Baden-Baden statt. (Quelle: Eurobaustoff)

Handel 2023-06-27T08:32:46.588Z Eurobaustoff sieht sich in unruhigem Fahrwasser

Mit klarem Blick in eine herausfordernde Zukunft präsentierte sich die Eurobaustoff auf ihrer diesjährigen Gesellschafterversammlung in Baden-Baden. Nahezu alle derzeit 448 Gesellschafterhäuser mit 1682 Standorten waren vertreten, um sich über die aktuelle Marktlage auszutauschen sowie Informationen und Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung auch in schwierigen Zeiten mitzunehmen.

Es sei ihm noch nie so schwer gefallen, sich auf eine Gesellschafterversammlung vorzubereiten, begann Dr. Eckard Kern, Vorsitzender der Geschäftsführung, seine Rede. Die derzeitige ungünstige Gemengelage aus unter anderem hohen Preisen, gestiegenen Zinsen und unklarer Fördersituation trübe die Aussichten für die nächste Zeit ein. Dennoch böten sich auch Chancen, unter anderem bei den Themen Nachhaltigkeit und Photovoltaik. Besonders bei Letztgenanntem sei es von großer Bedeutung, „Schwarmwissen“ aufzubauen. Daher gebe es einen Arbeitskreis zu diesem Thema, der jedem Gesellschafter offenstehe. Ähnlich sei es beim Thema energetische Sanierung: Sie sollten dieses als Chance sehen und zugleich aufpassen, dass der Sanitärgroßhandel nicht dieses Thema für sich besetze.

„Wir blicken erneut auf ein außergewöhnliches Jahr zurück“, sagte Jörg Hoffmann, Geschäftsführer Finanzen. Dennoch hätte die Eurobaustoff 2022 an das erfolgreiche vorherige Jahr anknüpfen können. Anhand ausgewählter Kennzahlen konnte Hoffmann für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem abgerufenen Einkaufsvolumen von 9,07 Milliarden Euro und damit einem Plus von 9,03 Prozent nur Positives berichten. Für 2023 sieht es bisher deutlich anders aus, hier ist das Einkaufsvolumen im ersten Quartal rückläufig, wie die Kooperation bereits im April während der Bau bekannt gegeben hatte.

Dr. Eckard Kern, Vorsitzender der Eurobaustoff Geschäftsführung ging zunächst auf das herausfordernde Marktumfeld mit rückläufigem Neubaugeschäft, zurückgehender Umsatz-und Margenentwicklung, steigenden Kosten durch Personal und Inflation sowie zunehmender Gefahr durch Cyberkriminalität ein. Vor diesem Hintergrund verzeichnet die Kooperation für die ersten fünf Monate des laufenden Geschäftsjahres per 31. Mai 2023 ein zentral abgerechnetes Einkaufsvolumen von rund 3,26 Milliarden Euro und damit einen Rückgang von 17,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch blickt Kern optimistisch in die Zukunft: „Wenn wir als starke Gemeinschaft den Markt vorausschauend mitgestalten, haben wir eine sehr gute Ausgangsposition, um die Herausforderungen der Zeit erfolgreich zu meistern“, zeigte sich Dr. Kern in Baden-Baden überzeugt.

Hartmut Möller, Geschäftsführer Gesellschafterbetreuung, Einkauf und Landesgesellschaften Österreich und Schweiz, ging dann auf die baukonjunkturelle Entwicklung, die Situation in den Warenbereichen und die Herausforderungen am Bau ein.

Im Geschäftsfeld Einzelhandel habe sich die Versorgung für DIY- und Fachmarktprodukte weitgehend normalisiert. Allerdings sei das Konsumverhalten der Endverbraucher inflationsbedingt zurückhaltender. Daher sei auch im Einzelhandel in 2023 mit Rückgängen zu rechnen. „Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Geschäftsentwicklung in den meisten Warenbereichen in den nächsten Monaten, und möglicherweise auch im nächsten Jahr, schwierig bleiben wird. Jetzt gilt es, sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen. Zumal es genügend Ansätze gibt, der stagnierenden Baukonjunktur entgegenzutreten“, fasste Möller die Entwicklung in den Warenbereichen zusammen. So böten beispielsweise das Holzbaukonzept der Eurobaustoff oder der Ausbau des Handelsmarkengeschäfts Ansätze zur Geschäftsoptimierung. „Nach wie vor können wir unsere eigene Konjunktur schreiben und gestalten. Wenn Sie die Waren- und Dienstleistungsbereiche Ihrer Kooperation umfassend nutzen, wenn Sie in Ihrem Unternehmen Ihre Sortimentspolitik auf die Zukunft ausrichten, wenn Sie neue Geschäftsfelder erschließen, dann bin ich davon überzeugt, dass wir diese anspruchsvollere Konjunkturphase schnell überwinden werden. Lassen Sie uns gemeinsam die Krise meistern“, appellierte Möller zum Schluss seiner Rede an die Gesellschafter.

zuletzt editiert am 27. Juni 2023
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